Monatsarchiv für November 2009

26 Nov 2009

Höher, weiter, schneller – pardauzer!

Abgelegt unter Medien, Wirtschaft

Im Sport scheint es derzeit nur noch um Tod und Betrug zu gehen. Möglich, dass sich seit den Zeiten des Circus Maximus’ tatsächlich nichts geändert hat. Heutzutage sind es vier Gruppen, die am Sport interessiert sind, und jede hat Interesse daran, dass der Sport genau so bleibt, wie er ist. Und alle Beteiligten versuchen, ihre Hände in Unschuld zu waschen.

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24 Nov 2009

Thiel, Flemming – und nun noch die Dänen

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Sonntag für Sonntag: Der Tatort
Sonntag für Sonntag: Der Tatort

Vor vielen Jahren, in der Bronzezeit des Fernsehens, liefen Krimis etwa so ab: Am Anfang passierte ein Mord. Da gab es im Prinzip nur zwei Möglichkeiten: Der Zuschauer sah den Täter nicht. Oder der Zuschauer sah den Täter, wusste also schon mal Bescheid. Dann kam der Kommissar mit seiner Mordkommission. Nun wurde es spannend: Der Zuschauer konnte mit dem Kommissar – Der Alte oder Der Kommissar – rätseln, wer denn nun der Täter war. Oder – da er ja wusste, wer der Täter war – der Zuschauer schüttelte den Kopf, wie lange der Alte oder der Kommissar wieder brauchte, um herauszubekommen, wer der Täter war – dabei war es ja eigentlich ganz klar. Zum Schluss wurden alle Beteiligten in einen Raum eingepfercht, und der Kommissar überführte den Täter.

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22 Nov 2009

Gerechtigkeit am Sonntag

Abgelegt unter Politik, Wirtschaft

Die Finanzkrise wird die Welt so stark verändern wie der Fall der Mauer.

Die Erfolgreichen müssen den Nicht-so-Erfolgreichen vermitteln, dass das System fair und gerecht ist.
Die Erfolgreichen müssen den Nicht-so-Erfolgreichen vermitteln, dass das System fair und gerecht ist

Große Worte, gesprochen vom Finanzminister. In einem Interview mit der Bild am Sonntag spricht Wolfgang Schäuble von seinem Eindruck, dass die Banken (manche jedenfalls — es gibt ja überall schwarze Schafe) wenig aus der Finanzkrise gelernt hätten:

Nicht alle haben begriffen, was da schiefgelaufen ist und dass man so nicht weitermachen kann. Da haben viele den Unterschied zwischen einem gesunden Egoismus und Gier nicht verstanden. Diese Raffgier zerstört alles, und mich stimmt sehr nachdenklich, dass sie schon wieder um sich greift.

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21 Nov 2009

Wie die Dampfmaschine der Bildung ausgemustert wurde

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Mal ganz geballt: Das Wissen der Welt
Mal ganz geballt: Das Wissen der Welt

Lexikon [griech. Lexikón (biblión) »das Wort betreffend(es Buch) «, zu lexis »Rede«, »Wort« ], das, -s/…ka und …ken,
1) allg.: alphabetisch geordnetes Nachschlagewerk für alle Wissensgebiete oder ein bestimmtes Sachgebiet.

Alles klar?

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21 Nov 2009

Beste CD aller Zeiten gespült

Abgelegt unter Mann beißt Hund, Medien

Ins Regal gespült: Beste CDs aller Zeiten
Ins Regal gespült: Beste CDs aller Zeiten

Wer sein Metier beherrscht, hat eigentlich nur einen Feind: die Routine. Man kennt jeden Handgriff, weiß, was man zu tun hat und lässt die Gedanken schweifen. Das ist bei Arbeiten wie Rasen mähen, Wände anstreichen, Bügeln oder Abwaschen hilfreich. Bei Ärzten, Lehrern oder Autofahrern kann Routine gefährlich werden, schadet aber meist nur in Einzelfällen. Auffallend wird Routine bei nur wenigen Berufen, schadet dann aber meistens nicht: Etwa bei Journalisten. Da bekommt es allerdings jeder mit. Weiterlesen »

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21 Nov 2009

Drei und eine halbe Säule

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Eine der Säulen, hier der Fuß
Eine der Säulen, hier der Fuß

Die drei  diese Gesellschaft tragenden Säulen sind bekannt: Legislative, Exekutive und Judikative – die Legislative beschließt per Mehrheit Gesetze, deren Einhaltung die Exekutive überwacht und die Legislative sieht dann zu, wie diejenigen zu behandeln sind, die sich nicht an die Gesetze halten wollen.
Und dann gibt es noch eine Säule,  die »vierte Gewalt« – die Zeitungen und die Zeitschriften, der Rundfunk, das Fernsehen und auch das Internet -, die Journalisten. Sie beobachten, was Legislative, Exekutive und Judikative so treiben. Und kritisieren dies dann auch mal. Es ist also ein verantwortungsvoller Beruf, der Beruf des Journalisten.

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20 Nov 2009

Diesmal schenken wir uns nichts

Abgelegt unter Kultur, Medien

Liberte
Search inside. It’s not a Sony

In diesem Frühjahr habe ich endlich meine liebsten Kinderbücher aus der Wohnung meiner Mutter zu mir nach Hause geholt. Ich hatte schon befürchtet, sie könnte sie weggeworfen haben, als sie vor 15 Jahren in eine viel kleinere Wohnung gezogen ist. Doch Bücher wegwerfen — das macht sie nicht, meine Mutter.

Ich komme aus einer bibliophilen Familie, einer Welt, wie sie Uwe Tellkamp in »Der Turm« beschrieben hat. Ich bin etwa so alt wie Tellkamp und ein paar Kilometer flussabwärts am Fuße eines Weinbergs aufgewachsen. Letztes Jahr zu Weihnachten habe ich meiner Mutter den dicken Tellkamp geschenkt, es war naheliegend. Weiterlesen »

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18 Nov 2009

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit: alles für umsonst?

Abgelegt unter Medien, Wissen

Liberte
Gedrucktes Wörterbuch, um 2003

Und schon ist es wieder so weit. Bald nach vier wird es dunkel, Glühweingeruch hängt in der Luft und die Menschen sind geneigt, für wohltätige Zwecke zu spenden. Das weiß auch Jimmy Wales, der mit dem verklärten Blick eines Erleuchteten von der Spendenaufruf-Seite der Wikipedia schaut. 14 Mio Artikel sind nicht genug, es sollen 25 Mio werden. 330 Mio Leser sind nicht genug, es sollen 500 Mio werden. 0,7 Mio gespendete US-Dollar sind auf keinen Fall genug, es sollen 7,5 Mio werden.
Letztes Jahr zur selben Zeit hieß es visionsschwanger:

Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder Mensch auf der Erde freien Zugang zu lexikalischem Wissen hat!

Darüber habe ich mich seinerzeit an anderer Stelle ein bisschen lustig gemacht. Im Krisenjahr 2009 ist der Aufruf weniger verträumt, Weiterlesen »

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17 Nov 2009

Vom Verschwinden der Werte

Abgelegt unter Wirtschaft

Friedhof der Blechträume
Friedhof der Blechträume

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es etwa 82 Millionen Einwohner und etwa 43 Millionen Autos. Busse, LKW usw. eingerechnet. Ein Auto ist also ein Konsumgut wie beispielsweise ein Fahrrad, ein Computer oder eine Stereoanlage. Sollt man denken. Ist aber ganz anders. Wie anders, zeigt die Geschichte von Herrn H.

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12 Nov 2009

Schuld und Sühne

Abgelegt unter Kultur, Politik

Leider noch nicht fertig: das Paulinum
Leider noch nicht fertig: das Paulinum in Leipzig

Wer als Nicht-Leipziger und unbelastet von Vorwissen die viel gerühmte und tatsächlich schöne Leipziger Innenstadt vom Augustusplatz her betreten will, wird sich irritiert fragen: Was ist das denn? Was will das sein? Wuchtig und raumgreifend steht er da, der am heftigsten umstrittene Neubau Leipzigs seit der Wiedervereinigung. Das »Paulinum« ist ein Mehrzweckbau der besonderen Art: Kirche, Aula, Konzerthalle — all in one. Leider nicht ganz fertig geworden bis zum Festakt, mit dem die Universität Leipzig in diesem Herbst ihr 600-jähriges Bestehen begeht. Schuld ist (mal wieder) die Krise, die den beauftragten Architekten in die Pleite gestürzt hat.

Apropos Schuld. Weiterlesen »

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