30
Dez
2009

Sozialer Abstieg extrem: Vom Glücksbringer zum Seuchenherd. Schweine müssen raus, Galeria Kaufhof, Leipzig
Fest etabliert im nachweihnachtlichen Brauchtum sind mittlerweile die großangelegten Umtausch- und Rückgabeaktionen, die den Geschäften auch in der Zeit »zwischen den Jahren« volle Häuser bescheren. Da werden Kleidungsstücke umgetauscht, die nicht passen, Schmuckstücke retourniert, die nicht gefallen, oder Bücher, die bereits vorhanden. Oder man hat einfach festgestellt, dass man einen angeschafften Gegenstand eben doch nicht braucht. Hand auf’s Herz — wer hätte sich nicht schon einmal verkauft? Und gerade in Zeiten der Krise hat doch keiner Lust, auf solcher Ware sitzen zu bleiben! Schon gar nicht die hochverschuldeten Bundesländer.
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20
Dez
2009

Nur im Reformhaus: Geschichte Klasse 5
Mein jüngerer Sohn besucht die fünfte Klasse eines Gymnasiums in Leipzig. Sein großer Bruder hat vor drei Jahren an dieser Schule sein Abitur gemacht. Damals war die Schule auf dem besten Weg, sich den Ruf einer Skandalschule zuzulegen — von der »Nazischule« war gar die Rede. Ich war mir ziemlich sicher, den Jüngeren später einmal nicht auf diese Schule zu schicken.
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14
Dez
2009

Informations-Pool: So viel Sie wollen, was Sie wollen.
Die Medienlandschaft ist in Bewegung. Das ist sie eigentlich immer, aber viele Jahre ging es nur darum, noch eine Computerzeitschrift auf den Markt zu werfen, noch eine Tageszeitung umzugestalten – Mehr Farbe! Mehr Rat geben! – und noch ein Magazin für Frauen zu lancieren, bis jede noch so kleine Zielgruppe bedacht ist – 14jährige Mädchen mit Zahnspange und Pferdeallergie bekommen ja schließlich auch Taschengeld. Aber das ist hier nicht gemeint. Es sind auch nicht die Zeitungsverleger vom Schlage Alfred Neven DuMonts gemeint, die irgendwie den Staat mit »ins Boot holen« wollen – das ist hier kein Zitat, denn so sagt das DuMont natürlich nicht.
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08
Dez
2009
Hörte oder sah man heute Nachrichten eines öffentlich-rechtlichen Rundfunk- oder Fernsehsenders – Deutschlandfunk oder ARD-Tagesschau also -, so ging es eigentlich nur um Wirtschaft. Dachten wir uns schon, seit ein »Manager« eines, seien wir gütig, »mittelmäßig« gut »aufgestellten« Autokonzerns die Ministerpräsidentin eines deutschen Bundeslandes einbestellte – oder soll man das anders nennen? -, um ihr zu sagen, dass vielleicht, vielleicht, das in ihrem Bundesland befindliche Autowerk gewisse Chancen hätte. Der Souverän, das Volk – hat da nicht viel zu sagen.
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07
Dez
2009
Das Weihnachtslied ist ein an die Weihnachtszeit gebundenes Lied; es hat eine lange
Geschichte

Kurrende. Singendes Schnitzwerk aus dem Erzgebirge
Weihnachtslieder sind christlichen Ursprungs und entstanden im 11. Jahrhundert im kirchlichen Raum aus Dank- und Lobliedern. Im späten Mittelalter verbanden sich diese zur Mitternachtsmesse gesungenen Hymnen mit den sogenannten Leisen, deutschsprachigen Liedern, die mit dem Ruf »Kyrie eleison« (Herr erbarme Dich) endeten. Als das älteste, schriftlich überlieferte Lied dieser Art gilt »Sei uns willkommen, Herre Christ«, das vermutlich im 13. Jahrhundert entstand und dem eine niederländische Melodie zugrunde liegt. Erhalten ist die Melodie in einem in Aachen aufbewahrten, aus dem 11. Jahrhundert stammenden Evangeliar des Kaisers Otto III.; im Laufe der Jahrhunderte wurde diese ursprüngliche Melodie häufig abgewandelt. Ebenso alt ist das Lied »Joseph, lieber Joseph mein«, ein Kindelwiegen-Lied, Anfang des 14. Jahrhunderts datiert. Kindelwiegen-Lieder gehörten in Frauenklöstern zum Weihnachtsfest und wurden bis zum 17. Jahrhundert fester Bestandteil des Repertoires an Weihnachtsliedern. Das tatsächliche Wiegen eines Kindes in einer Wiege – meist eine reich geschmückte Puppe aus Wachs – gehörte zum Gottesdienst.
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04
Dez
2009

Hauskatze: Sehr dominanter Wildtyp, schöngefärbt
Zum Glück ist er endlich vorbei, der November. In diesem Jahr war es noch schlimmer als sonst: Depression auf allen Kanälen, Krieg, der neuerdings auch so genannt wird, und zuletzt noch Frau Schavan bei Anne Will. Konsequenterweise Weltuntergang, allerdings erst 2012. Selbstkritisch wie wir nun mal sind, müssen wir zugeben: auch auf Blogmouse (gestartet im traurigen Monat November!) wurde bisher verdammt viel gemeckert, befürchtet und beklagt.
Dabei könnte alles so schön sein. Was spricht dagegen, die Augen zu schließen (genauer gesagt: nach innen zu drehen) und die wahre Schönheit zu sehen, die bekanntlich von innen kommt? Nichts, vorausgesetzt, man beherrscht die hierfür notwendigen Techniken, die zusammengefasst als postmoderner Fünfkampf bezeichnet werden. Als da wären:
- Schönschreiben
- Schönreden
- Schönfärben
- Schönrechnen
- Schöner Denken
Finden Sie heraus, in welcher Disziplin Ihre persönlichen Stärken liegen und wo Sie Ihre Persönlichkeit noch optimieren müssen!
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01
Dez
2009

Konsumtempel mit Gleisanschluss: Der Leipziger Hauptbahnhof in der Adventszeit
Es war einmal – da musste die Hausfrau, wenn ihr denn am Sonnabend Abend oder am Sonntag Mittag etwas Zucker, Salz oder Mehl fehlte, zur Nachbarin gehen und fragen – haben Sie, könnten Sie? Das ging immer gut – wenn die eine nicht konnte oder wollte, dann wollte oder konnte die andere. Heute ist das anders. Ob besser, werden wir noch sehen.
Denn heute sind die Läden auch am Sonnabend bis wenigstens 20 Uhr geöffnet. Ausreden wie »Leider kann ich keine Eierpfannkuchen machen, Salz, Mehl und Eier sind alle« gelten nicht mehr. Hier und da, etwa im Bahnhof Leipzig, kann man auch am Sonntag Nachmittag Lebensmittel aller erdenklichen Art kaufen. Immer. Das ganze Jahr hindurch.
Heißt dann allerdings nicht Lebensmittel. Sondern Reisebedarf.
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