One world one flame – und die Beatles werden einfach nicht kalt.
Lieber Herr Adams,
Sie werden das vermutlich anders sehen – aber: Sie sind einfach kein guter Musiker. Nein, nein – Sie singen gut, keine Frage; ihre Stimme – erkennt man sofort; Produktion, Musiker, Toningenieur – alles bestens, da gibt es nichts zu meckern. Aber: Sie haben keinen Mut. Braucht eigentlich jeder Schüler der Musikschule von Klein-Kleckersdorf. Die müssen sich trauen, wenn sei – sagen wir: ein kleines Stück von J.S. Bach, J. Haydn oder W.A. Mozart vorspielen sollen. Damit die Eltern sich freuen. Vier Fehler – egal.
Sie aber haben keinen Mut. Warum? Erklären wir Ihnen.
Sie sind Rockmusiker. Oder? Na sehen Sei, wenigstens darin könnten wir uns einig sein. Könnten. Gleich werden Sie sehen, warum Sie keiner sind.
Seit den seligen Tagen der Beatles schreiben Rockmusiker ihre Songs selbst. Machen Sie nur in Ausnahmenfällen. Was? Schon vergessen? Michael Kamen…? Also gut, Sie schreiben selten selbst. Macht nichts.
Aber nun liefern Sie die mehr oder weniger offizielle Hymne zu den Olympischen Winterspielen in Vancouver. Das muss gut werden, ganz klar. Sollen viele, nach Möglichkeit alle kaufen. Sie nehmen also den Lennon der Weinerlichkeit – fallend Intervalle, kleine Sekunde, große Sekunde -, geben den Lennon der großen Idee – »Give Peace a Chance«, tschuldigung: »One World one Flame« – und kippen dann die ganze McCartney/Martin-Soße darüber – akustische Gitarren am Anfang, dann schrummelnde Celli, Hammond-Orgel im Hintergrund, Bridge a la McCartney und so weiter und so fort.
Nur: bei den Beatles, bei Lennon, McCartney und Martin, da war das echt, das war das deren Idee, da war das neu, da war das einfallsreich. Und selbst bei Electric Light Orchestra war das wenigstens noch ironisch.
Bei Ihnen, Herr Adams, ist das noch nicht als Talmi, noch nicht mal Kitsch. Es ist einfach nur berechnend und blöd. Vielleicht bekommen Sie 2011 einen Grammy dafür.
Lieber Bryan Adams,
Sie werden das vermutlich anders sehen – aber: Sie sind einfach kein guter Musiker. Nein, nein – Sie singen gut, keine Frage; ihre Stimme – erkennt man sofort; Produktion, Musiker, Toningenieur – alles bestens, da gibt es nichts zu meckern. Aber: Sie haben keinen Mut. Braucht eigentlich jeder Schüler der Musikschule von Klein-Kleckersdorf. Die müssen sich trauen, wenn sie – sagen wir: ein kleines Stück von J.S. Bach, J. Haydn oder W.A. Mozart vorspielen sollen. Damit die Eltern sich freuen. Vier Fehler – egal.
Sie aber haben keinen Mut. Warum? Erklären wir Ihnen.
Weiterlesen »