Archiv für die Kategorie 'Kultur'

11 Feb 2010

Alles geklaut? Ausgezeichnet!

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Lesen bildet. Der aktuellste Beweis: Seit ein paar Wochen weiß jeder Feuilleton-Leser, was ein Axolotl ist. Und nicht nur das: Wen so was interessiert, der kann sich von einer mediengerecht kaputten 17-Jährigen erklären lassen, wie das so ist mit Sex and Drugs and weiß der Geier. Die meisten interessiert’s wohl eher nicht, weshalb — fast scheint’s wie eine abgekartete Marketingaktion — jetzt rauskam: Sie hat hie und da geklaut. Collagiert, gecuttet and gepastet, zweitverwertet — in jedem Fall aber aufgewertet, all das Zeug von namenlosen Losern. Nennen Sie es, wie Sie wollen — der berühmte Literaturexperte Daniel Haas (Spon) nennt es »Na und?«

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31 Jan 2010

One world one flame – und die Beatles werden einfach nicht kalt

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One world one flame – und die Beatles werden einfach nicht kalt.
Lieber Herr Adams,
Sie werden das vermutlich anders sehen – aber: Sie sind einfach kein guter Musiker. Nein, nein – Sie singen gut, keine Frage; ihre Stimme – erkennt man sofort; Produktion, Musiker, Toningenieur – alles bestens, da gibt es nichts zu meckern. Aber: Sie haben keinen Mut. Braucht eigentlich jeder Schüler der Musikschule von Klein-Kleckersdorf. Die müssen sich trauen, wenn sei – sagen wir: ein kleines Stück von J.S. Bach, J. Haydn oder W.A. Mozart vorspielen sollen. Damit die Eltern sich freuen. Vier Fehler – egal.
Sie aber haben keinen Mut. Warum? Erklären wir Ihnen.
Sie sind Rockmusiker. Oder? Na sehen Sei, wenigstens darin könnten wir uns einig sein. Könnten. Gleich werden Sie sehen, warum Sie keiner sind.
Seit den seligen Tagen der Beatles schreiben Rockmusiker ihre Songs selbst. Machen Sie nur in Ausnahmenfällen. Was? Schon vergessen? Michael Kamen…? Also gut, Sie schreiben selten selbst. Macht nichts.
Aber nun liefern Sie die mehr oder weniger offizielle Hymne zu den Olympischen Winterspielen in Vancouver. Das muss gut werden, ganz klar. Sollen viele, nach Möglichkeit alle kaufen. Sie nehmen also den Lennon der Weinerlichkeit – fallend Intervalle, kleine Sekunde, große Sekunde -, geben den Lennon der großen Idee – »Give Peace a Chance«,  tschuldigung: »One World one Flame« – und kippen dann die ganze McCartney/Martin-Soße darüber – akustische Gitarren am Anfang, dann schrummelnde Celli, Hammond-Orgel im Hintergrund, Bridge a la McCartney und so weiter und so fort.
Nur: bei den Beatles, bei Lennon, McCartney und Martin, da war das echt, das war das deren Idee, da war das neu, da war das einfallsreich. Und selbst bei Electric Light Orchestra war das wenigstens noch ironisch.
Bei Ihnen, Herr Adams, ist das noch nicht als Talmi, noch nicht mal Kitsch. Es ist einfach nur berechnend und blöd. Vielleicht bekommen Sie 2011 einen Grammy dafür.

Lieber Bryan Adams,

Sie werden das vermutlich anders sehen – aber: Sie sind einfach kein guter Musiker. Nein, nein – Sie singen gut, keine Frage; ihre Stimme – erkennt man sofort; Produktion, Musiker, Toningenieur – alles bestens, da gibt es nichts zu meckern. Aber: Sie haben keinen Mut. Braucht eigentlich jeder Schüler der Musikschule von Klein-Kleckersdorf. Die müssen sich trauen, wenn sie – sagen wir: ein kleines Stück von J.S. Bach, J. Haydn oder W.A. Mozart vorspielen sollen. Damit die Eltern sich freuen. Vier Fehler – egal.

Sie aber haben keinen Mut. Warum? Erklären wir Ihnen.

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20 Nov 2009

Diesmal schenken wir uns nichts

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Liberte
Search inside. It’s not a Sony

In diesem Frühjahr habe ich endlich meine liebsten Kinderbücher aus der Wohnung meiner Mutter zu mir nach Hause geholt. Ich hatte schon befürchtet, sie könnte sie weggeworfen haben, als sie vor 15 Jahren in eine viel kleinere Wohnung gezogen ist. Doch Bücher wegwerfen — das macht sie nicht, meine Mutter.

Ich komme aus einer bibliophilen Familie, einer Welt, wie sie Uwe Tellkamp in »Der Turm« beschrieben hat. Ich bin etwa so alt wie Tellkamp und ein paar Kilometer flussabwärts am Fuße eines Weinbergs aufgewachsen. Letztes Jahr zu Weihnachten habe ich meiner Mutter den dicken Tellkamp geschenkt, es war naheliegend. Weiterlesen »

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12 Nov 2009

Schuld und Sühne

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Leider noch nicht fertig: das Paulinum
Leider noch nicht fertig: das Paulinum in Leipzig

Wer als Nicht-Leipziger und unbelastet von Vorwissen die viel gerühmte und tatsächlich schöne Leipziger Innenstadt vom Augustusplatz her betreten will, wird sich irritiert fragen: Was ist das denn? Was will das sein? Wuchtig und raumgreifend steht er da, der am heftigsten umstrittene Neubau Leipzigs seit der Wiedervereinigung. Das »Paulinum« ist ein Mehrzweckbau der besonderen Art: Kirche, Aula, Konzerthalle — all in one. Leider nicht ganz fertig geworden bis zum Festakt, mit dem die Universität Leipzig in diesem Herbst ihr 600-jähriges Bestehen begeht. Schuld ist (mal wieder) die Krise, die den beauftragten Architekten in die Pleite gestürzt hat.

Apropos Schuld. Weiterlesen »

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