04
Mai
2010
Gestern Abend fand Claus Kleber vom Zweiten Deutschen Fernsehen endlich einmal eine Minute Zeit, seinem Publikum zu erklären, wie das mit der finanziellen Hilfe für Griechenland eigentlich wirklich funktioniert. Wir von Blogmouse hoffen, dass vor allem die Mitarbeiter der Zeitung mit den vier großen Buchstaben im Titel vor ihren Mattscheiben gesessen und gut aufgepasst haben. Allerdings hat Herr Kleber bei seiner Zuhörerschaft sehr auf gründliche Kenntnisse in der Prozentrechnung vertraut. Da haben wir hier bei Blogmouse einige Zweifel (PISA!) und werden Herrn Klebers Rede noch einmal kurz erklärend nachvollziehen. Und da wir gerade beim heutigen Journalismus sind, werden wir den auch nicht nur im Großen, sondern auch gleich im Kleinen bewerten. Rating muss sein.
Weiterlesen »
19
Jan
2010
Wir hatten schon befürchtet, uns mangels Alternativen auf das im Grunde langweilige Hypermedium Spiegel online einschießen zu müssen. Doch siehe da, in der crossmedialen Einheitssoße materialisierte sich ein putziger Organismus, der sich räuberisch ernährt (Stichwort GEZ) und dessen Ausscheidungen teils aufreizend harmlos, teils aber giftig und/oder hirnschädigend sind.
Weiterlesen »
01
Jan
2010

Prominente 2010 – noch ohne klare Sicht
Spiegel Online, das Medium für die, die die BILD-Zeitung aufgrund Sozialisation aus Prinzip nicht kaufen, aber trotzdem jeden Scheiß (sorry!) lesen wollen, das Leib- und Magen-Medium von Blogmouse, hat eine Umfrage gemacht. Unter »Prominenten« – was auch immer das sein soll. SPON hat immerhin 30 Prominente gefunden. Ein paar von meinen Lieblingsprominenten sind zwar nicht dabei (Heh! Josef! Keine Lust gehabt? Oder musste in der Schweizer – ach nein, Deutschen Bank, endlich mal gefegt werden? Käpt’n Nuss! Ähhh…Herr Sinn! Erstmals nichts eingefallen? Frau Will! Noch immer Urlaub? Oder vielleicht auch ausgebrannt? Annette! Etwa Weihnachts-Exercitien in Nowodettelssibirsk?)
Weiterlesen »
14
Dez
2009

Informations-Pool: So viel Sie wollen, was Sie wollen.
Die Medienlandschaft ist in Bewegung. Das ist sie eigentlich immer, aber viele Jahre ging es nur darum, noch eine Computerzeitschrift auf den Markt zu werfen, noch eine Tageszeitung umzugestalten – Mehr Farbe! Mehr Rat geben! – und noch ein Magazin für Frauen zu lancieren, bis jede noch so kleine Zielgruppe bedacht ist – 14jährige Mädchen mit Zahnspange und Pferdeallergie bekommen ja schließlich auch Taschengeld. Aber das ist hier nicht gemeint. Es sind auch nicht die Zeitungsverleger vom Schlage Alfred Neven DuMonts gemeint, die irgendwie den Staat mit »ins Boot holen« wollen – das ist hier kein Zitat, denn so sagt das DuMont natürlich nicht.
Weiterlesen »
26
Nov
2009
Im Sport scheint es derzeit nur noch um Tod und Betrug zu gehen. Möglich, dass sich seit den Zeiten des Circus Maximus’ tatsächlich nichts geändert hat. Heutzutage sind es vier Gruppen, die am Sport interessiert sind, und jede hat Interesse daran, dass der Sport genau so bleibt, wie er ist. Und alle Beteiligten versuchen, ihre Hände in Unschuld zu waschen.
Weiterlesen »
24
Nov
2009

Sonntag für Sonntag: Der Tatort
Vor vielen Jahren, in der Bronzezeit des Fernsehens, liefen Krimis etwa so ab: Am Anfang passierte ein Mord. Da gab es im Prinzip nur zwei Möglichkeiten: Der Zuschauer sah den Täter nicht. Oder der Zuschauer sah den Täter, wusste also schon mal Bescheid. Dann kam der Kommissar mit seiner Mordkommission. Nun wurde es spannend: Der Zuschauer konnte mit dem Kommissar – Der Alte oder Der Kommissar – rätseln, wer denn nun der Täter war. Oder – da er ja wusste, wer der Täter war – der Zuschauer schüttelte den Kopf, wie lange der Alte oder der Kommissar wieder brauchte, um herauszubekommen, wer der Täter war – dabei war es ja eigentlich ganz klar. Zum Schluss wurden alle Beteiligten in einen Raum eingepfercht, und der Kommissar überführte den Täter.
Weiterlesen »
21
Nov
2009

Ins Regal gespült: Beste CDs aller Zeiten
Wer sein Metier beherrscht, hat eigentlich nur einen Feind: die Routine. Man kennt jeden Handgriff, weiß, was man zu tun hat und lässt die Gedanken schweifen. Das ist bei Arbeiten wie Rasen mähen, Wände anstreichen, Bügeln oder Abwaschen hilfreich. Bei Ärzten, Lehrern oder Autofahrern kann Routine gefährlich werden, schadet aber meist nur in Einzelfällen. Auffallend wird Routine bei nur wenigen Berufen, schadet dann aber meistens nicht: Etwa bei Journalisten. Da bekommt es allerdings jeder mit. Weiterlesen »
21
Nov
2009

Eine der Säulen, hier der Fuß
Die drei diese Gesellschaft tragenden Säulen sind bekannt: Legislative, Exekutive und Judikative – die Legislative beschließt per Mehrheit Gesetze, deren Einhaltung die Exekutive überwacht und die Legislative sieht dann zu, wie diejenigen zu behandeln sind, die sich nicht an die Gesetze halten wollen.
Und dann gibt es noch eine Säule, die »vierte Gewalt« – die Zeitungen und die Zeitschriften, der Rundfunk, das Fernsehen und auch das Internet -, die Journalisten. Sie beobachten, was Legislative, Exekutive und Judikative so treiben. Und kritisieren dies dann auch mal. Es ist also ein verantwortungsvoller Beruf, der Beruf des Journalisten.
Weiterlesen »
20
Nov
2009

Search inside. It’s not a Sony
In diesem Frühjahr habe ich endlich meine liebsten Kinderbücher aus der Wohnung meiner Mutter zu mir nach Hause geholt. Ich hatte schon befürchtet, sie könnte sie weggeworfen haben, als sie vor 15 Jahren in eine viel kleinere Wohnung gezogen ist. Doch Bücher wegwerfen — das macht sie nicht, meine Mutter.
Ich komme aus einer bibliophilen Familie, einer Welt, wie sie Uwe Tellkamp in »Der Turm« beschrieben hat. Ich bin etwa so alt wie Tellkamp und ein paar Kilometer flussabwärts am Fuße eines Weinbergs aufgewachsen. Letztes Jahr zu Weihnachten habe ich meiner Mutter den dicken Tellkamp geschenkt, es war naheliegend. Weiterlesen »
18
Nov
2009

Gedrucktes Wörterbuch, um 2003
Und schon ist es wieder so weit. Bald nach vier wird es dunkel, Glühweingeruch hängt in der Luft und die Menschen sind geneigt, für wohltätige Zwecke zu spenden. Das weiß auch Jimmy Wales, der mit dem verklärten Blick eines Erleuchteten von der Spendenaufruf-Seite der Wikipedia schaut. 14 Mio Artikel sind nicht genug, es sollen 25 Mio werden. 330 Mio Leser sind nicht genug, es sollen 500 Mio werden. 0,7 Mio gespendete US-Dollar sind auf keinen Fall genug, es sollen 7,5 Mio werden.
Letztes Jahr zur selben Zeit hieß es visionsschwanger:
Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder Mensch auf der Erde freien Zugang zu lexikalischem Wissen hat!
Darüber habe ich mich seinerzeit an anderer Stelle ein bisschen lustig gemacht. Im Krisenjahr 2009 ist der Aufruf weniger verträumt, Weiterlesen »