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	<title>Blogmouse &#187; Wirtschaft</title>
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		<title>Deutschland trotzt der Schweinekrise</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Dec 2009 21:56:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>karli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mann beißt Hund]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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Sozialer Abstieg extrem: Vom Glücksbringer zum Seuchenherd. Schweine müssen raus, Galeria Kaufhof, Leipzig


Fest etabliert im nachweihnachtlichen Brauchtum sind mittlerweile die großangelegten Umtausch- und Rückgabeaktionen, die den Geschäften auch in der Zeit »zwischen den Jahren« volle Häuser bescheren. Da werden Kleidungsstücke umgetauscht, die nicht passen, Schmuckstücke retourniert, die nicht gefallen, oder Bücher, die bereits vorhanden. Oder [...]]]></description>
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<dl id="attachment_418" class="wp-caption image left" style="width: 300px;">
<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-medium wp-image-418" style="border 1px solid black;" title="schwein" src="http://www.blogmouse.de/wp-content/uploads/2009/12/schwein2009.jpg" alt="Sozialer Abstieg extrem: Vom Glücksbringer zum Seuchenherd. Schweine müssen raus, Galeria Kaufhof, Leipzig" width="300" height="200" /></dt>
<h5>Sozialer Abstieg extrem: Vom Glücksbringer zum Seuchenherd. Schweine müssen raus, Galeria Kaufhof, Leipzig</h5>
</dl>
</div>
<p>Fest etabliert im nachweihnachtlichen Brauchtum sind mittlerweile die großangelegten Umtausch- und Rückgabeaktionen, die den Geschäften auch in der Zeit »zwischen den Jahren« volle Häuser bescheren. Da werden Kleidungsstücke umgetauscht, die nicht passen, Schmuckstücke retourniert, die nicht gefallen, oder Bücher, die bereits vorhanden. Oder man hat einfach festgestellt, dass man einen angeschafften Gegenstand eben doch nicht braucht. Hand auf&#8217;s Herz &#8212; wer hätte sich nicht schon einmal verkauft? Und gerade in Zeiten der Krise hat doch keiner Lust, auf solcher Ware sitzen zu bleiben! Schon gar nicht die hochverschuldeten Bundesländer.</p>
<p><span id="more-417"></span></p>
<p>Die haben schon im Sommer angefangen, für ihre Landeskinder Impfdosen zum Schutz gegen die Schweinegrippe zu bestellen. Irgendwie war die Schweinegrippe aber &#8212; emotional wie epidemiologisch &#8212; ein Rohrkrepierer, wenn man es mal mit Rinderwahn oder Vogelgrippe vergleicht. Sei es, weil die Seuche selbst sich eher zahm verhielt oder weil die Angstrezeptoren der Landeskinder bereits anderweitig besetzt waren oder weil das Schwein als Tier und die Grippe als Krankheit zu gewöhnlich schienen &#8212; jedenfalls war die Impfbereitschaft sozusagen unter aller Sau. Wie SPon meldet, haben sich bisher nur 5 bis 6 Prozent aller Bürger impfen lassen. Und so wurde aus der angekündigten Schweinegrippe eine Schweinekrise, die auf die vielen anderen Krisen des Jahres 2009 noch oben drauf kommt. Verständlich, dass die Bundesländer die unnütze Anschaffung nun gereut und sie den Kaufvertrag mit dem Hersteller GlaxoSmithKline gern stornieren möchten. Blogmouse ist gespannt, ob das gelingt.</p>
<p>Falls der Staat bzw. die Länder auf der gutgemeinten, aber sinnlosen Anschaffung sitzen bleiben, zahlt das am Ende der Steuerzahler. Blogmouse zahlt Steuern. Hätten sich die Bürger wie gedacht impfen lassen, hätten die Krankenkassen für die Kosten aufkommen müssen. Also die Beitragszahler. Blogmouse zahlt nicht nur Steuern sondern auch fleißig Beiträge in eine gesetzliche Krankenversicherung und ist deshalb in der persönlichen Impfentscheidung völlig frei von finanziellen Erwägungen. Am besten wäre es natürlich, wenn jemand ganz anderes das Zeug bezahlen würde. Beispielsweise Moldawier, Mazedonier, Kosovoer, Albanier, Mongolen oder Ukrainer. Die haben bereits ein gewisses Interesse an den deutschen Impfstoffreserven gezeigt, wollen diese aber am liebsten als Entwicklungshilfe, also vermutlich geschenkt. Ja wie? Haben die noch nicht gemerkt, das wir hier Krise haben?</p>
<p>Bleibt wohl nur die Hoffnung, dass sich GlaxoSmithKline kulant zeigt. Vielleicht kann man ja den Schweinegrippe-Impfstoff gegen etwas Brauchbareres umtauschen? Oder chemisch umwandeln und bis zur nächsten Seuche einlagern? Oder etwas gegen die eigentlichen Volkskrankheiten tun, wie Angst, Depression und Demenz. Wie gesagt, Blogmouse ist gespannt, ob das gelingt.</p>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Moldawien, Mazedonien, das Kosovo, Albanien, die Mongolei und die Ukraine</div>
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		<title>Wirtschaftsnachrichten</title>
		<link>http://www.blogmouse.de/wirtschaft/wirtschaftsnachrichten/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 19:53:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>goofy</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Hörte oder sah man heute Nachrichten eines öffentlich-rechtlichen Rundfunk- oder Fernsehsenders – Deutschlandfunk oder ARD-Tagesschau also -, so ging es eigentlich nur um Wirtschaft. Dachten wir uns schon, seit ein »Manager« eines, seien wir gütig, »mittelmäßig« gut »aufgestellten« Autokonzerns die Ministerpräsidentin eines deutschen Bundeslandes einbestellte – oder soll man das anders nennen? -, um ihr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hörte oder sah man heute Nachrichten eines öffentlich-rechtlichen Rundfunk- oder Fernsehsenders – Deutschlandfunk oder ARD-Tagesschau also -, so ging es eigentlich nur um Wirtschaft. Dachten wir uns schon, seit ein »Manager« eines, seien wir gütig, »mittelmäßig« gut »aufgestellten« Autokonzerns die Ministerpräsidentin eines deutschen Bundeslandes einbestellte – oder soll man das anders nennen? -, um ihr zu sagen, dass vielleicht, vielleicht, das in ihrem Bundesland befindliche Autowerk gewisse Chancen hätte. Der Souverän, das Volk &#8211; hat da nicht viel zu sagen.</p>
<p><span id="more-344"></span></p>
<p>Gleich danach ging es um die FDP: Wir erinnern uns &#8211; das ist eine Regierungspartei und die erhielt es nun sozusagen schriftlich, dass sie vor vielen Jahren eine Millionenspende nicht ordnungsgemäß verbuchte. Muss also Strafe zahlen. Natürlich glaubt die Regierungspartei dem Spruch der Judikative nicht und geht in Berufung. Klar, Guido Westerwelle ist Jurist, der weiß, dass Ius ein Spiel ist, das immer Revanche erlaubt.<br />
Und weiter: Im September 2009 gingen etwa 2900 Firmen in Deutschland pleite, 17,4 % mehr als im Vorjahresmonat. Von Januar bis September meldeten damit mehr als 17 000 Firmen in Deutschland Insolvenz an. Cheerio, liebe Ich-AGs! Cheerio, liebe FDP, ein weites Feld für euch!<br />
Und schließlich Frau Bundeskanzler Merkel: Wir brauchen Internet, Breitband und Breitband-Internet oder Internet-Breitband, überall. Dann liest man die aktuelle c’t und erfährt, was Menschen für Verrenkungen machen müssen, um auf dem Land überhaupt an ein einigermaßen schnelles Internet zu kommen – Staat und Privatwirtschaft halten sich da klugerweise raus. Aber Herr Wirtschaftsminister »Tschennerell« Brüderle (FDP) hängt sich sofort dran, er will ja hier nicht den Glos geben: Eine Million Arbeitsplätze. In der IT-Sparte.<br />
Ein paar Arbeitsplätze stellt die FDP. Aber nur für Juristen. Damit sie, die FDP, die 3,5 Millionen Euro Strafe nicht zahlen muss. Wenn das nicht klappt, gehen die eben pleite. Die Juristen. Nicht die FDP.</p>
<p>Zum Wetter: </p>
<p>Das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts ist nach UNO-Angaben das wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen.<br />
Ihre Heizkostenrechnung wird trotzdem steigen.</p>
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		<title>Am Sonntag gehört Vati &#8230; ja, wem eigentlich?</title>
		<link>http://www.blogmouse.de/politik/am-sonntag-gehort-vati-ja-wem-eigentlich/</link>
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		<pubDate>Tue, 01 Dec 2009 21:55:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>goofy</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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Konsumtempel mit Gleisanschluss: Der Leipziger Hauptbahnhof in der Adventszeit


Es war einmal – da musste die Hausfrau, wenn ihr denn am Sonnabend Abend oder am Sonntag Mittag etwas Zucker, Salz oder Mehl fehlte, zur Nachbarin gehen und fragen – haben Sie, könnten Sie? Das ging immer gut – wenn die eine nicht konnte oder wollte, dann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="mceTemp">
<dl id="attachment_299" class="wp-caption image left" style="width: 235px;">
<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-medium wp-image-299" style="border: 1px solid black;" title="LeipzigBahnhof" src="http://www.blogmouse.de/wp-content/uploads/2009/12/LeipzigBahnhof-225x300.jpg" alt="Konsumtempel mit Gleisanschluss: Der Leipziger Hauptbahnhof in der Adventszeit" width="225" height="300" /></dt>
<h5>Konsumtempel mit Gleisanschluss: Der Leipziger Hauptbahnhof in der Adventszeit</h5>
</dl>
</div>
<p>Es war einmal – da musste die Hausfrau, wenn ihr denn am Sonnabend Abend oder am Sonntag Mittag etwas Zucker, Salz oder Mehl fehlte, zur Nachbarin gehen und fragen – haben Sie, könnten Sie? Das ging immer gut – wenn die eine nicht konnte oder wollte, dann wollte oder konnte die andere. Heute ist das anders. Ob besser, werden wir noch sehen.<br />
Denn heute sind die Läden auch am Sonnabend bis wenigstens 20 Uhr geöffnet. Ausreden wie »Leider kann ich keine Eierpfannkuchen machen, Salz, Mehl und Eier sind alle« gelten nicht mehr. Hier und da, etwa im Bahnhof Leipzig, kann man auch am Sonntag Nachmittag Lebensmittel aller erdenklichen Art kaufen. Immer. Das ganze Jahr hindurch.<br />
Heißt dann allerdings nicht Lebensmittel. Sondern Reisebedarf.</p>
<p><span id="more-293"></span></p>
<p>Das treibt seltsame Blüten: Falls Ihnen Sonnabend Nachmittag einfällt, dringend eine USB-Festplatte zu benötigen – kein Problem. Sie marschieren um 19 Uhr 30 bei Saturn ein, und wenige Minuten später können Sie den Laden mit einer Festplatte gewünschter Größe wieder verlassen. Sie wissen sonntags um 14 Uhr 30 nicht, was Sie abends auftischen wollen? Kein Problem: Sie gehen zu Rewe und kaufen 1,2,3 Fertigpizzen. Ist immer noch billiger als der Pizza-Service.<br />
Ob der Einzelhandel wirklich nur überleben kann, weil es diese Möglichkeiten gibt? Dazu hat er nie was gesagt.<br />
Dem munteren Treiben hat das Bundesverfassungsgericht heute, 1. Dezember 2009, einen winzigen Riegel vorgeschoben: Berlin darf in Zukunft seine Läden nicht mehr an allen vier Adventssonntagen geöffnet halten. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit hat denn auch gleich die Befürchtung, dass nun die Leute ihre Fertigpizza nicht mehr in Berlin, sondern in New York oder London kaufen werden. Na, dann muss Berlin eben noch etwas länger quietschen, also sparen, um diesen Verlust auszugleichen. Und das ist auch gut so.<br />
Denn – Wowereit weiß davon nichts – es gibt zwar nicht mehr viele Familien, die sich sonntags um den Adventskranz versammeln wollen. Aber: Dass es sie nicht gibt – könnte es nicht unter anderem daran liegen, weil eben das halbe Wochenende Vati nicht da ist, und die andere Hälfte Mutti nicht da ist, weil sie der »Wirtschaft« zur Verfügung stehen müssen? Klar, es gibt Berufe, da gehört Arbeit Tag und Nacht, Sonnabend und Sonntag dazu: Feuerwehrmann, Arzt, Krankenschwester. Aber muss man am Sonnabend Abend eine Festplatte oder einen LCD-Fernseher kaufen können? Muss man am Sonntag Nachmittag die Möglichkeit haben, eine Flasche Weichspüler, einen Sechser-Träger Bier und zwei Pizzen kaufen zu können?<br />
Könnte natürlich sein, dass der Vati A nur dann Zeit hat, wenn Mutti A zufällig auch Zeit hat, beide also am Sonnabend um 16 Uhr 30 zu Saturn (Media Markt usw.) gehen können, wenn Mutti B gerade dort arbeitet, während Vati B zur selben Zeit bei Obi Spanplatten sägt und deshalb Sprössling B bei Oma B geparkt wurde, damit Vati und Mutti A eine Festplatte kaufen können, denn am nächsten Sonnabend muss Vati A auf der Feuerwache sitzen, während Mutti A bei Bijou Brigitte, 40 Meter von Saturn entfernt, äußerst exklusiven Plastikschmuck an elektrogebräunte Teenager verkaufen muss – oder aufpassen, dass die den nicht klauen -, deshalb  erst am Sonntag Lebensmittel einkaufen kann, denn Vati A kommt erst Sonntag morgens um 6 Uhr von der Arbeit, muss sich dann um die Maulkörbe im Verein für Friedfertige Pitbulls e. V. kümmern, während man sich zur gleichen Zeit im Berliner Abgeordnetenhaus den Kopf darüber zerbricht, wie man dieses Urteil des »ewiggestrigen« BuVerfaGer möglichst raffiniert und gleichzeitig kirchenfreundlich &#8211; »Erhebung der Seele«, bruhaha &#8211;  umgehen kann, liegt Vati B mit Mutti B im Bett, ist aber sehr müde, weil er gerade an seine ab 10 Uhr anzutretende Tätigkeit als Aushilfswachmann bei Bijou Brigitte denkt, wird dabei aber von Sprössling B gestört, der nach Aufenthalt bei Oma B einige Fragen bezüglich Altersarmut hat…<br />
Mit anderen Worten: Wir haben alle zu tun. In Berlin ist das jetzt an vier Sonntagen im Dezember nicht mehr erlaubt. Jedenfalls nicht jedem.<br />
Kaufen wir unsere Festplatte und unsere Pizza eben in New York. Und schicken Herrn Wowereit eine Ansichtskarte von Bloomingdale&#8217;s.</p>
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		<title>Höher, weiter, schneller &#8211; pardauzer!</title>
		<link>http://www.blogmouse.de/wirtschaft/hoherweiter-schneller-pardauzer/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 15:38:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>goofy</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Sport scheint es derzeit nur noch um Tod und Betrug zu gehen. Möglich, dass sich seit den Zeiten des Circus Maximus’ tatsächlich nichts geändert hat. Heutzutage sind es vier Gruppen, die am Sport interessiert sind, und jede hat Interesse daran, dass der Sport genau so bleibt, wie er ist. Und alle Beteiligten versuchen, ihre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Sport scheint es derzeit nur noch um Tod und Betrug zu gehen. Möglich, dass sich seit den Zeiten des Circus Maximus’ tatsächlich nichts geändert hat. Heutzutage sind es vier Gruppen, die am Sport interessiert sind, und jede hat Interesse daran, dass der Sport genau so bleibt, wie er ist. Und alle Beteiligten versuchen, ihre Hände in Unschuld zu waschen.</p>
<p><span id="more-286"></span></p>
<p>Da sind zunächst die Sportler: Da macht einem jungen Menschen Laufen oder Springen, Rad fahren oder Schwimmen Spaß, sein Talent wird entdeckt, es gibt Training, Wettkämpfe, Auszeichnungen und dann auch Geld. Damit ist der Sportler in ein System integriert, das ihn braucht. Denn das Geld kommt nicht von wohltätigen Mäzenen, sondern von Medien – allen voran dem Fernsehen – und Sponsoren; Vater Staat gibt natürlich auch einiges dazu. Zwischen Sportler und Geld aber steht die Verwaltung des Sports, zu der neben den Funktionären der Verbände – so etwas wie die Zünfte des Mittelalters – natürlich auch die Manager der Sportler gehört. Diese drei Gruppen sind gleichzeitig Wirt und Parasit des jeweils anderen, jeder weiß vom anderen, dass der ihn braucht: Gibt es in einer Sportart ungewohnt hohe Leistungen &#8211; im Sport sehr einfach festzustellen: höher, weiter, schneller -, interessiert sich bald das Fernsehen, das öffentlich-rechtliche wie das private, dafür, die Sportfunktionäre legen den Preis fest und wenn die Wettkämpfe jener Sportart dann häufig genug im Fernsehen zu sehen sind, gehen auch die Protagonisten dieser Sportart nicht leer aus. Ein wunderbares System, das jedem zum Vorteil geraten könnte, gäbe es nicht den kleinen Haken, dass es immer um Wettkampf geht und nur einer der Sieger sein kann: Der bekommt das größte Stück, die anderen kleinere, die letzten nicht mal mehr Krümel. Also möchte jeder erster sein, und das eben – leicht einzusehen – kann nicht sein. Also wird nachgeholfen.</p>
<p>Selbst dann könnte das alles noch wunderbar funktionieren, ist doch das Objekt der Begierde die vierte Gruppe in diesem Spiel, die der Zuschauer. Denn letzten Endes, man kann es drehen und wenden, wie man will: Die Zuschauer bezahlen das alles, gleichgültig ob im Stadion oder vor dem Fernseher, als Staatsbürger, selbst als Konsument von Geflügelwurst, Reisen oder Autos – fast immer steht da ein freundlich lächelnder, höchst erfolgreicher Sportstar, der uns den Kauf empfiehlt.</p>
<p>Der sportbegeisterte Zuschauer nun ist der Blödmann in diesem Spiel. Dass er alles bezahlen muss, juckt ihn nicht sonderlich. Dass ihn alle möglichen Sportler, die auch gern Erster sein möchten, es aber eigentlich nicht aus eigener Kraft zustande bringen können, ihm vorgaukeln, es doch zu können – stört ihn auch nicht. Seine eigene Lebenserfahrung – dass manche Leistungen eben schlichtweg nicht »normal« sind  - stört ihn auch nicht: Angeblich können manche Leute nur aufgrund von Talent, Training und passender Ernährung tagelang bei größter Hitze in aberwitzigem Tempo mit einem Fahrrad höchste Berge rauf fahren, was die meisten Zeitgenossen noch nicht einmal bergab schaffen würden, geschweige denn, in der Ebene. Aber stundenlang sitzt er, der Zuschauer, schaut Tour de France und glaubt, oder tut so, als ob er glaubt. Es ist derselbe Glaube, der ihn im Kino befällt, wenn er sieht, wie gerade die Welt untergeht, oder Batman durch die Lüfte segelt. Will sagen: Der Zuschauer weiß, dass das alles nur gespielt ist, Trick. Beim Sport wird bloß so getan, als sei es kein Trick.</p>
<p>Die, die das sagen könnten, halten den Mund, würde ja eh nichts ändern. Eine besonders seltsame Rolle spielen hier die Medien, oder besser gesagt: das Fernsehen. Wo das Fernsehen im Sport seine Kameras aufbaut, ändern sich die Maßstäbe und manchmal allein deshalb auch die Regeln. Ein Basketball-Spiel von heute verhält sich zu einem von vor 30 Jahren wie Pogo zum Ballett des 19. Jahrhunderts. Beispielsweise will ja die Werbung eingebaut werden. Natürlich zahlt das Fernsehen einen gewaltigen Batzen Geld für die jeweiligen »Übertragungsrechte«</p>
<p>Kommt es dann zu Unregelmäßigkeiten in dem geölten Ablauf – Doping, Wettbetrug, und nun auch Selbsttötung -, dann geriert sich eben das Medium, das das Karussell maßgeblich mit in Gang setzt, als Aufklärer, als Kritiker. Warum soll der Zuschauer das glauben? So sind all die Äußerungen von Sportfunktionären wohlfeil – sie sind am System beteiligt, machen es aber nicht. Die Entrüstung der Sportjournalisten im TV – wohlfeil; auch sie sind indirekt am System beteiligt, mehr, als gut ist. So wird es Betrug im Sport – sei es Doping aller Art, seien es Wetten – im Sport geben, so lange es dieses System der Finanzierung gibt – ein anderes ist aber auch nicht in Sicht.</p>
<p>Deshalb ist Häme etwa über Claudia Pechstein, die sich mit allen Mitteln gegen den Vorwurf des Dopings wehrt, fehl am Platz, erst recht von denen, die ihr gestern noch ob ihrer Fabel-Siege medial zujubelten. Für die Medien gibt es neue Sportler, neue Wettkämpfe, neue Dopingfälle – für Pechstein geht es um ihre Glaubwürdigkeit und um ihre Existenz.</p>
<p>Bleibt eigentlich nur: Weg vom Fernseher. Selbst Sport machen. Vielleicht – pardauz – bricht dann das System zusammen.</p>
<div></div>
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		<title>Gerechtigkeit am Sonntag</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Nov 2009 14:36:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Finanzkrise wird die Welt so stark verändern wie der Fall der Mauer.



Die Erfolgreichen müssen den Nicht-so-Erfolgreichen vermitteln, dass das System fair und gerecht ist


Große Worte, gesprochen vom Finanzminister. In einem Interview mit der Bild am Sonntag spricht Wolfgang Schäuble von seinem Eindruck, dass die Banken (manche jedenfalls &#8212; es gibt ja überall schwarze Schafe) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em>Die Finanzkrise wird die Welt so stark verändern wie der Fall der Mauer.</em></p></blockquote>
<div class="mceTemp">
<dl id="attachment_249" class="wp-caption image left" style="width: 306px;">
<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-medium wp-image-249" style="border 1px solid black;" title="WderW" src="http://www.blogmouse.de/wp-content/uploads/2009/11/sponge-bob-monopoly.jpg" alt="Die Erfolgreichen müssen den Nicht-so-Erfolgreichen vermitteln, dass das System fair und gerecht ist." width="300" height="225" /></dt>
<h5>Die Erfolgreichen müssen den Nicht-so-Erfolgreichen vermitteln, dass das System fair und gerecht ist</h5>
</dl>
</div>
<p>Große Worte, gesprochen vom Finanzminister. In einem Interview mit der Bild am Sonntag spricht Wolfgang Schäuble von seinem Eindruck, dass die Banken (manche jedenfalls &#8212; es gibt ja überall schwarze Schafe) wenig aus der Finanzkrise gelernt hätten:</p>
<blockquote><p><em>Nicht alle haben begriffen, was da schiefgelaufen ist und dass man so nicht weitermachen kann. Da haben viele den Unterschied zwischen einem gesunden Egoismus und Gier nicht verstanden. Diese Raffgier zerstört alles, und mich stimmt sehr nachdenklich, dass sie schon wieder um sich greift.</em></p></blockquote>
<p><span id="more-237"></span>Darauf wäre der normale Bürger sicher auch allein gekommen. Aber dann kommt der Salto Mortale, dessen Beherrschung den Erfolgreichen vom Nicht-ganz-so-Erfolgreichen unterscheidet: Schäuble appelliert an die Banken, doch bitte die staatlichen Bankenrettungsfonds in Anspruch zu nehmen. Kreditklemme und so. Pfff&#8230;</p>
<p>Richtig staunen kann man, als das Gespräch auf die längst wieder maßlosen Boni kommt. Denn virtuos beherrscht Schäuble auch den circulus vitiosus<strong>:</strong> Wer Erfolg hat, bekommt dicke Boni. Wer dicke Boni bekommt ist ein Erfolgreicher (klar doch). Und dann die Nummer mit der Verantwortung:</p>
<blockquote><p><em>Aber die Erfolgreichen haben auch eine besondere Verantwortung den Nicht-so-Erfolgreichen gegenüber: Sie müssen vermitteln, dass dieses System fair und gerecht ist.</em></p></blockquote>
<p>Es kommt also nicht darauf an, ein gerechtes und faires System zu <em>haben</em>, sondern lediglich zu <em>vermitteln</em>, dass es so sei. Warum nicht, es ist ja letzten Endes auch egal, ob ich tatsächlich frei bin oder mich nur(?) frei fühle. Anrüchig wird die Sache allerdings, wenn die Vermittler ausgerechnet jene sind, die über einen »gesunden Egoismus« hinaus von diesem System profitieren. Was heißt anrüchig &#8212; mir stinkt&#8217;s.</p>
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		</item>
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		<title>Vom Verschwinden der Werte</title>
		<link>http://www.blogmouse.de/wirtschaft/vom-verschwinden-der-werte/</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Nov 2009 10:09:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>goofy</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[


Friedhof der Blechträume


In der Bundesrepublik Deutschland gibt es etwa 82 Millionen Einwohner und etwa 43 Millionen Autos. Busse, LKW usw. eingerechnet. Ein Auto ist also ein Konsumgut wie beispielsweise ein Fahrrad, ein Computer oder eine Stereoanlage. Sollt man denken. Ist aber ganz anders. Wie anders, zeigt die Geschichte von Herrn H.

Herr H. fährt gern Auto. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="mceTemp">
<dl id="attachment_77" class="wp-caption image left" style="width: 310px;">
<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-medium wp-image-77" style="border: 1px solid black;" title="Blechtraeume" src="http://www.blogmouse.de/wp-content/uploads/2009/11/Blechtraeume-300x202.jpg" alt="Friedhof der Blechträume" width="300" height="202" /></dt>
<h5>Friedhof der Blechträume</h5>
</dl>
</div>
<p>In der Bundesrepublik Deutschland gibt es etwa 82 Millionen Einwohner und etwa 43 Millionen Autos. Busse, LKW usw. eingerechnet. Ein Auto ist also ein Konsumgut wie beispielsweise ein Fahrrad, ein Computer oder eine Stereoanlage. Sollt man denken. Ist aber ganz anders. Wie anders, zeigt die Geschichte von Herrn H.</p>
<p><span id="more-75"></span></p>
<p>Herr H. fährt gern Auto. In den vergangenen vier Jahren hat er zwei Autos gehabt, jeweils Gebrauchtwagen. Als das erste Auto, ein kleiner Kombi, vom Hagel in eine Art Streuselkuchen aus Blech umgewandelt wurde, und die Versicherung ihm mitteilte, dass sein Auto nun ein »wirtschaftlicher Totalschaden« sei, dachte Herr H. taktisch und strategisch und machte das Schicksal des Autos vom nächsten TÜV-Termin abhängig. Es fügte sich glücklich, dass Hagelschlag und TÜV-Termin in der richtigen Reihenfolge stattfanden.<br />
Beim TÜV erklärte ihm der Gutachter: Ein Scheinwerfer verstellt, aber nicht mehr einstellbar, eine Bremsleitung marode, ein Bremszylinder ohne jede Wirkung. Kein TÜV. In der Werkstatt rechnete man kurz und kam auf einen Euro-Betrag zur Reparatur und erneuten TÜV-Vorstellung, der den Restwert &#8211; was für ein schönes Wort &#8211; des Autos in den Schatten stellte.<br />
Beim Händler um die Ecke stand Ersatz. Drei Jahre alt, 11 000 Euro. Herr H. kaufte das Auto. Für seinen fahrbaren Streuselkuchen bekam er aus Mitleid 500 Euro gut geschrieben. Das neue Auto kostete also 10 500 Euro; für ein Auto, das wie neu aussah, neu roch und neu wohl mal 27 000 oder 28 000 Euro gekostet hatte, ein erfreulich niedriger Preis. Herr H. wollte nicht mehr als 10 000 km im Jahr fahren, und dann das Auto nach zwei Jahren für 6000 bis 7000 Euro wieder verkaufen. So hatte Herr H. sich das gedacht.<br />
Insgesamt fuhr Herr H. das Auto dann 27 Monate lang, knapp 20 000 km. Er bekam für das Auto noch 4800 Euro.<br />
Danach machte Herr H. eine Rechnung auf. Er wollte wissen, was das Auto wirklich gekostet hatte. Ganz genau konnte er das zwar nicht nachverfolgen, aber die Rechnung, die sich ihm präsentierte, sah ungefähr so aus:</p>
<p>Steuer und Versicherung: 1275,00 Euro<br />
Benzin für 20 000 km 2574,00 Euro<br />
Reparaturen/TÜV 2750,00 Euro<br />
Diverse Kleinkram 400,00 Euro</p>
<p>Zusammen also 6999,00 Euro. Plus 10 500 Euro für das Auto selbst. Das Auto hatte in 27 Monaten also 17499 Euro gekostet. Von dieser Summe zog Herr H. 4800 Euro ab. Blieben 12 699 Euro. Die tatsächlichen Kosten. Das Auto hatte also jeden Monat, den es im Besitz von Herrn H. gewesen war, etwa 470 Euro gekostet. Wesentlich mehr als die Kaltmiete seiner Wohnung.<br />
Herr H. sann darüber nach, wo die Kosten entstanden waren. Nicht bei der Steuer – das waren 130 Euro pro Jahr. Nicht bei der Versicherung – das waren um die 400 Euro pro Jahr. Nicht beim Benzin – das waren etwa 2500 Euro in mehr als zwei Jahren.<br />
Die Kosten wurden durch den Wertverlust des Autos und durch außerplanmäßige Reparaturen (Federn vorne, Schramme auf der ganzen linken Seite mit anschließender Fahrerflucht, abgerissener, weil falsch konstruierter Auspufftopf) in die Höhe getrieben. Kosten also, auf die kein Fahrzeughalter Einfluss hat. Gemessen an diesen Kosten spielt etwa die Kfz-Steuer, über die immer so viel geredet wird, überhaupt keine Rolle. Bei der Kilometerzahl spielen auch die Benzinkosten keine Rolle.<br />
Herr H. sah bekümmert drein und zog sein Fazit:<br />
1. Autofahren ist etwas für sehr reiche Leute.<br />
2. Die deutsche Autoindustrie bildet sich auf ihre Produkte sehr viel ein. Warum eigentlich? In vier Jahren hatte Herr H. zwei Autos gefahren, bei denen zwei Frontscheiben zu Bruch gingen, ein Bremszylinder nicht mehr bremste, eine Bremsleitung fällig war, ein Scheinwerfer unbrauchbar wurde, die Halterung eines Auspufftopfes abrostete und eine Feder vorn zu Bruch ging – natürlich mussten dann beide ausgetauscht werden.<br />
3. Politische Entscheidungen samt Gerede von Politikern schmälern den Wert eines Autos. Herr H. dachte nach: Würde er z. B. einen Opel kaufen? Natürlich nicht. Nicht, weil die Autos schlechter als andere sind. Sondern weil die Firma schlecht geredet wird. Das wirkt sich auf den Gebrauchtwagenmarkt aus. Abwrackprämien geben älteren Autos auf dem Gebrauchtwagenmarkt dann den Rest.<br />
Herr H. saht aus dem Fenster und notgedrungen einen Teil der 43 Millionen Autos, Busse, LKW. Viele davon sind noch nicht einmal bezahlt, sondern werden gerade bezahlt. Herr H. mochte lieber nicht weiter darüber nachdenken, fragte sich aber doch: Wie machen die das? Monat für Monat mehrere hundert Euro weggeben, nur, um sich am Sonntag Brötchen vom Bahnhof zu holen und einmal im Jahr in den Urlaub zu fahren.<br />
Herr H. ließ seinen Blick durch das Zimmer schweifen, bis er seinen alten Stereoverstärker sah: 33 Jahre alt, 350 DM. Funktioniert wie am ersten Tag. Er sah seinen sieben Jahre alten Computer – nie eine Reparatur gebraucht, erfüllt nach wie vor seinen Zweck. Er dachte an das über 60 Jahre alte Fahrrad seines Vaters, mit dem man nach wie vor durch die Gegend fahren kann. Hatte mal 150 Mark gekostet. Also Pfennige je Monat. Und täglich werden es weniger. Manche Werte bleiben uns eben erhalten.</p>
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