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		<title>Demokratie ohne Demos</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 11:56:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>goofy</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Nun ist sie vorbei, die Wahl, die keine war (Der Spiegel). Im Nachhinein war es natürlich ein »guter Tag für die Demokratie«, so Claudia Rohth von den Grünen, Schulsprecherin der Nation, wenn auch »nicht besonders elegant«, wie Volker Kauder Vorsitzender der CDU-Fraktion im Bundestag, einräumte. Und leider ist ja nun nicht Herr Gauck »richtiger« Bundespräsident [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun ist sie vorbei, die Wahl, die keine war (Der Spiegel). Im Nachhinein war es natürlich ein »guter Tag für die Demokratie«, so Claudia Rohth von den Grünen, Schulsprecherin der Nation, wenn auch »nicht besonders elegant«, wie Volker Kauder Vorsitzender der CDU-Fraktion im Bundestag, einräumte. Und leider ist ja nun nicht Herr Gauck »richtiger« Bundespräsident geworden, sondern nur »Bundespräsident der Herzen«. Und es erheben sich die Stimmen, die da fordern, man möge den Bundespräsidenten doch direkt »vom Volk« wählen lassen. Aber – warum gerade den? Gäbe es da nicht Wichtigeres zu wählen?</p>
<p><span id="more-577"></span></p>
<p>Bei Licht betrachtet wird in der Bundesrepublik nämlich niemand vom Volk gewählt. Sondern fast alle – Bundespräsident, Bundestagspräsident, Bundesratspräsident, Minister, Abgeordnete – werden von Parteien in eigentümlichen »Wahlen« bestimmt und dann dem Wählervolk präsentiert.<br />
Das geht so:<br />
Sie müssen Mitglied in einer Partei sein. Nicht in irgendeiner, sondern in einer, die wenigstens den Hauch einer Chance hat, in ein Parlament zu kommen. Also bleiben nur CDU, SPD, FDP, Die Grünen und die Linken. Sie müssen bei einer dieser Parteien also richtig mitarbeiten, dann werden Sie vielleicht auf einen Listenplatz gesetzt. Denn: Die Hälfte der Sitze in unseren Parlamenten – Bundestag, Länderparlamente – werden nach Liste besetzt. Jede Partei macht also eine Art Hitparade, wer weit oben steht, hat später eher eine Chance, im jeweiligen Parlament zu sitzen, als der, der ganz unten auf der Liste steht. Glücklicherweise quatscht keiner aus dem Wählervolk dazwischen, wer auf die Liste kommt; das machen die Parteien ganz unter sich aus. Es gäbe natürlich noch die Alternative, sich direkt um einen Wahlkreis zu bemühen und sich dann tatsächlich vom Wählervolk wählen zu lassen. Sehr unsicher. Wagen nicht alle Parteimitglieder. Wäre auch nicht besonders schlau, in einem Wahlkreis anzutreten, wo der Gegner Angela Merkel oder Christian Ströbele heißt – die gewinnen immer das Direktmandat. Dann lieber Liste.<br />
Wenn Sie dann im Parlament sind – nur indirekt über Liste gewählt, kein Mensch im Wählervolk kennt Sie überhaupt -, finden Sie sich in einer Fraktion wieder. Chef der Fraktion ist einer, der nicht gewählt, sondern bestimmt wurde. Der sagt Ihnen als erstes, dass Sie jetzt zu wählen haben, was er Ihnen sagt. Zum Beispiel den Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin. Der oder die wurde parteiintern gewählt. Das heißt: Er kandidierte zu einer Wahl, in der es nur einen Kandidaten oder eine Kandidatin gab. Wollen ausnahmsweise mal zwei kandidieren – schon ist es eine »Krise«. Manchmal wird dann vor der Wahl das Parteiwählervolk befragt. Dann wird der Kandidat gefunden und in der Regel mit über 90 % gewählt. Weiland in der DDR zum Beispiel waren derartige Wahlergebnisse natürlich schlecht. Bei den Parteien ist dasselbe aber gut. Wie der Kandidat überhaupt Kandidat wurde – das ist schwierig zu erklären und liegt manchmal im Dunkel.<br />
Nun, im Bundestag, steht dieser Kandidat, der nun keiner mehr ist, zur Wahl zum Bundeskanzler beziehungsweise Bundeskanzlerin. Die Opposition stellt einen Gegenkandidaten auf, wohl wissend, dass der oder die keine Chance hat. Gibt zum Glück ja den Fraktionszwang, siehe oben. Ist der Kanzler bzw. die Kanzerlin gewählt, bestimmt die ihre Minister – natürlich ohne Wahl, geht da nach diversen Vorgaben – Mann, Frau, evangelisch, katholisch, richtiges Bundesland, wie altgedient in der Partei usw. -, bestimmt auch gleich den Bundestagspräsidenten, und so geht es hurtig weiter. Letzten Endes ist keiner von denen, die nun gewählt sind, tatsächlich vom Volk gewählt.<br />
Dann hätten die Parteien nämlich möglicherweise nichts mehr zu sagen.<br />
Na, dann wenigstens den Bundespräsidenten vom Volk wählen lassen. Aber warum den, hat er doch nichts zu sagen. Köhler hat es ja schließlich auch gemerkt. Wäre auch interessant zu wissen, wer denn den vom Volk zuwählenden Bundespräsidenten-Kandidaten vorschlagen soll.<br />
Am besten die Parteien. Die haben damit Erfahrung.</p>
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		<title>Danaer-Geschenke von Frau Angela</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jun 2010 18:15:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>goofy</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie erledigt man Gegner? In dem man sie wahrnimmt, dies aber nicht zeigt. Indem man sie beschenkt. Dass sie dann ein hohles Holzpferd in die Mauern ihrer Burgen ziehen, merken sie erst dann, wenn es zu spät ist.

Da gab es z.B. Günther Oettinger. Als er anlässlich des Begräbnisses von Hans Filbinger, Vorgänger im Amt (Baden-Württemberg), [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie erledigt man Gegner? In dem man sie wahrnimmt, dies aber nicht zeigt. Indem man sie beschenkt. Dass sie dann ein hohles Holzpferd in die Mauern ihrer Burgen ziehen, merken sie erst dann, wenn es zu spät ist.</p>
<p><span id="more-575"></span></p>
<p>Da gab es z.B. Günther Oettinger. Als er anlässlich des Begräbnisses von Hans Filbinger, Vorgänger im Amt (Baden-Württemberg), einige merkwürdige Sätze von sich gab, durfte er bei Frau Angela antanzen. Danach hatte er Normalmaß. Er kann froh sein, sein Arbeitsenglisch nun als EU-Kommissar für Energie testen zu dürfen – vielleicht verstehen sie ihn ja da.<br />
Roland Koch, wie Oettinger Ministerpräsident eines Bundeslandes, hat nun selbst aufgegeben. Wie vor ihm Friedrich März, wie die Vorgenannten ebenfalls Mitglied des so genannten „Anden-Paktes“. Keine Lust mehr.<br />
Peter Müller steht einem völlig verarmten Bundesland vor, von dem man vier bräuchte, um die Einwohnerzahl von Berlin zu erreichen. Eines der großen Rätsel des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, warum dieser Mann immer in die Mikrofone sprechen darf, wenn man Bürgermeister von Berlin, München, Frankfurt, Hamburg nicht fragt. Ohne Länderfinanzausgleich gäbe es dieses Bundesland überhaupt nicht.<br />
Franz-Josef Jung. Auch nicht mehr da.<br />
Ole von Beust. Versucht in Hamburg den Henning Scherf zu geben. Kann nicht gelingen.<br />
Blieb Christian Wulff. Angeblich der Lieblingsschwiegersohn aller deutschen Frauen.<br />
Wie wird man den los?<br />
Man schenkt ihm das Amt des Bundespräsidenten.<br />
Mal klipp und klar gesagt: Der Bundespräsident hat in diesem Land nichts zu sagen. Er unterzeichnet die Gesetze, die Bundestag und Bundesrat beschlossen haben. Das kann er – gut begründet – auch mal verweigern. Sollte er aber nicht. Er ist nicht der König, als den ihn die Medien im Moment hinstellen.<br />
Wulff wird also nie Bundeskanzler. Merz auch nicht. Oettinger auch nicht. Jung sowieso nicht. Müller erst recht nicht. Koch nun ja auch nicht.<br />
Wer bleibt?<br />
Frau Angela.<br />
Nebenbei ein Lehrstück, das Männer-Netzwerke nichts taugen, und Frauen kein Netzwerk benötigen.</p>
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		<title>Die Griechen und die Kruzifixe</title>
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		<pubDate>Tue, 04 May 2010 06:58:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>goofy</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern Abend fand Claus Kleber vom Zweiten Deutschen Fernsehen endlich einmal eine Minute Zeit, seinem Publikum zu erklären, wie das mit der finanziellen Hilfe für Griechenland eigentlich wirklich funktioniert. Wir von Blogmouse hoffen, dass vor allem die Mitarbeiter der Zeitung mit den vier großen Buchstaben im Titel vor ihren Mattscheiben gesessen und gut aufgepasst haben. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern Abend fand Claus Kleber vom Zweiten Deutschen Fernsehen endlich einmal eine Minute Zeit, seinem Publikum zu erklären, wie das mit der finanziellen Hilfe für Griechenland eigentlich wirklich funktioniert. Wir von Blogmouse hoffen, dass vor allem die Mitarbeiter der Zeitung mit den vier großen Buchstaben im Titel vor ihren Mattscheiben gesessen und gut aufgepasst haben. Allerdings hat Herr Kleber bei seiner Zuhörerschaft sehr auf gründliche Kenntnisse in der Prozentrechnung vertraut. Da haben wir hier bei Blogmouse einige Zweifel (PISA!) und werden Herrn Klebers Rede noch einmal kurz erklärend nachvollziehen. Und da wir gerade beim heutigen Journalismus sind, werden wir den auch nicht nur im Großen, sondern auch gleich im Kleinen bewerten. Rating muss sein.</p>
<p><span id="more-573"></span></p>
<p>Das mit dem vielen Geld für Griechenland geht so: Griechenland ist klamm. Geschwindelt haben sie auch und allen arglosen Mit-EU-Staaten griechischen Wein eingeschenkt. Bis zum Abwinken. Nun ist alles rausgekommen und keine Bank der Welt will denen noch Geld geben. Die fixen Mädchen und Jungs in den britischen Rating-Agenturen haben die Griechen erst einmal in den Keller geratet, woraufhin die international agierenden Großbanken die Zinsen für Kredite in für jeden Staat unerreichbare Höhen geschraubt haben. Wohl gemerkt: Rating-Agenturen sind nicht unabhängig.<br />
Kredite mit derartigen Zinsen kann also kein Land verkraften. Griechenland bekäme auf dem so genannten internationalen Geldmarkt Geld nur noch für 13 Prozent. 100 Euro bekommen, 113 zurückzahlen, innerhalb eines Jahres. Da wandten sich die Griechen nun an die EU. Zu der gehört auch Deutschland. Deutschland will helfen.<br />
Das geht so: Da Deutschland nicht in Grund und Boden geratet wurde, bekommt Deutschland auf demselben internationalen Geldmarkt Kredite für 3 % Zinsen. 100 Euro bekommen, nur 103 Euro zurückzahlen. Das Geld zu leihen, dazu wird die KfW, Kreditanstalt für Wiederaufbau, ermächtig, auf dem internationalen Geldmarkt. Die KfW ist eine Bank, die nach 1945 eingerichtet wurde, damit die Gelder des Marshal-Planes ordentlich verwaltet werden konnten. Damals gab es nämlich Staaten, allen voran die USA, die den Deutschen Geld leihen wollten, damit diese aus dem selbst angerichteten Desaster wieder herauskommen. Hat ja auch geklappt. Obwohl es damals weit weniger Grund gab, den Deutschen zu helfen, als heute den Griechen.<br />
Aber wir schweifen ab.<br />
Nun leiht sich also die KfW Geld. Insgesamt 22, 4 Milliarden Euro. Das ist eine große Zahl, die wir hier wegen Platzmangel nicht aufschreiben können. Dieses Geld wird nun in drei große Teile geschnitten und in diesem Jahr bekommen die Griechen davon etwas über 8 Milliarden, im nächsten noch mal, im übernächsten den Rest. Das leihen wir großzügigen Deutschen den Griechen. Nicht für 13 %. Aber auch nicht für 3 %. Sondern für 5 %.  Die Griechen müssen der KfW also statt 100 Euro 105 zurückgeben. Das ist viel weniger als 113 Euro. Das sollte zu schaffen sein. Gut, wahre Freundschaft sieht anders aus, aber so lange kennen wir die Griechen ja nun auch wieder nicht. Außerdem heißen da zu viele Leute Odysseus.<br />
In diesem Jahr also rund gerechnet 8 Milliarden. Zu 5 %. Das sind allein in diesem Jahr 400 000 000 Euro, die wir von den Griechen bekommen. 240 Millionen davon gehen an den internationalen Geldmarkt zurück, Sie erinnern sich, die 3 %, den Rest sacken wir, die Deutschen, ein. Und die Griechen zahlen in diesem Jahr für 8 Milliarden Euro Kredit Zinsen, im nächsten für 16 und im dritten Jahr für eben diese 22,4 Milliarden. Hübsches Geschäft für uns. Sollte der höchst unwahrscheinliche Fall eintreten, dass die Griechen nicht zahlen, so wird man sich was Neues überlegen müssen. Aber niemand kann in die Zukunft sehen.<br />
Außer denen, die bei BILD und SPON und einigen anderen Medien schreiben dürfen. Dafür können die offensichtlich nicht rechnen. Bei Prozentrechnung gefehlt.<br />
Oder hingen da etwa zu viele Kruzifixe in den Klassenzimmern? Da hat die neue Sozialministerin von Niedersachsen, Frau Aygül Özkan, ja furchtlos drauf hingewiesen. Worauf die Großbuchstaben-Schreiber gleich über sie hergefallen sind, Frau Özkans Chef gleich mit. Wir von Blogmouse erst einmal nicht. Denn wir fragten uns: Hängen denn so viele Kruzifixe in niedersächsischen Klassenzimmern, dass das Lernen der Prozentrechnung verhindert wird? Glücklicherweise haben wir einen Niedersachsen in unserer Redaktion. In vier niedersächsischen Schulen gestählt.<br />
Er berichtet aus den 1960er- und 1970er-Jahren (also noch ein wenig finsterste Adenauer-Zeit!): Zuerst eine katholische Volksschule besucht. In jedem Klassenzimmer ein (1) Kruzifix. Gut, wenn nicht in einer katholischen Grundschule, wo dann. Danach hat unser niedersächsischer Gewährsmann trotzdem die Aufnahmeprüfung eines staatlichen Gymnasiums geschafft. Dort gab es keine Kruzifixe. Auch an den Wänden der anderen beiden  staatlichen Gymnasien, die unser Niedersachse besuchte – und er tat das über viele Jahre gründlich, musterte die nackten Wände zahlloser Klassenzimmer über einen ungebührlich langen Zeitraum -, fanden sich keine Kruzifixe. Offenbar waren Sinn und Zweck von Kruzifixen – von wegen Werte des christlichen Abendlandes &#8211; unbekannt, sonst hätten sie ja eins aufgehängt. Eins in jedem Klassenzimmer.<br />
Unser Niedersachse war schon lange nicht mehr in einem niedersächsischen Schulgebäude. Und keine zehn Pferde werden ihn dahin je zurückbringen.<br />
Aber könnte nicht mal Frau Özkan, vielleicht mit Herrn Wulff gemeinsam, die eine oder andere Schule in Niedersachsen besuchen, um nach den Kruzifixen zu schauen? Sie könnten ja auch ein paar Journalisten mitnehmen. Die müssten dann nicht von selbst darauf kommen, Gerede von der Realität unterscheiden zu lernen.</p>
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		<title>Asche auf mein Haupt</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Apr 2010 08:15:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>karli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mann beißt Hund]]></category>

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		<description><![CDATA[Heut morgen hab ich mich ganz besonders gefreut, die Sonne wiederzusehn, denn es war ja zu befürchten, dass die isländische Aschewolke den schönen blauen Himmel über L.E. verdeckt. Aber nix da. 
Heiter gestimmt ging ich also zum Bäcker. Als aber mein Blick auf die dort ausliegenden Printmedien fiel, schlug meine Stimmung schlagartig um. Zuerst dachte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heut morgen hab ich mich ganz besonders gefreut, die Sonne wiederzusehn, denn es war ja zu befürchten, dass die isländische Aschewolke den schönen blauen Himmel über L.E. verdeckt. Aber nix da. <span id="more-554"></span></p>
<p>Heiter gestimmt ging ich also zum Bäcker. Als aber mein Blick auf die dort ausliegenden Printmedien fiel, schlug meine Stimmung schlagartig um. Zuerst dachte ich »Igitt« &#8212; die Bildzeitung war mit einer dicken Staubschicht bedeckt. Im nächsten Moment dachte ich »Ohgott«, denn mir wurde bewusst, dass ich in meiner gestrigen Auflistung der maßgeblichen Pressestimmen zum <a href="http://www.blogmouse.de/mann-beist-hund/theres-no-island-like-island/" target="_self">Island-Vulkan-Asche-Flugverkehr-Chaos </a>unser wichtigstes Leitmedium, die Bildzeitung, zu erwähnen vergaß. Was für ein Lapsus! Nochmals: Asche auf mein Haupt.</p>
<p>Denn die Bildzeitung beweist auch mit ihrer Aschemeldung, dass sie nicht einfach einer unter vielen Chorsängern ist. Die Schlagzeile der Bildzeitung zeigt echte Größe verbunden mit ergreifender Schlichtheit und wird somit der Monstrosität des Ereignisses in einer Weise gerecht, dass man mal wieder nur staunen kann:</p>
<blockquote><p><strong>Das Aschemonster!</strong></p></blockquote>
<div class="mceTemp">
<dl id="attachment_557" class="wp-caption image left" style="width: 200px;">
<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-medium wp-image-557" style="border 1px solid black;" title="Troll" src="http://www.blogmouse.de/wp-content/uploads/2010/04/forest-troll.jpg" alt="Theodor Kittelsen" width="200" height="288" /></dt>
<h5>Forest Troll? Aschemonster? Hirngespinst?</h5>
</dl>
</div>
<p>Wem da nicht ein Schauer den Rücken runterläuft, dem ist nicht mehr zu helfen. Und weil die Bildzeitung (wohl zu recht) davon ausgeht, dass nicht alle Leser ausreichend fantasiebegabt sind, um sich die Verheerungen des in Europa umgehenden Aschemonsters ausmalen zu können, haben sie ihre Titelseite mit so einer Art Staubimitat überdrucken lassen. Ich Einfaltspinsel habe das für echten Staub gehalten, aber wie man sieht: man darf der Bildzeitung nicht alles glauben.</p>
<p>Da ich vor lauter Igitt und Ohgott nicht näher hingeschaut habe, weiß ich nun nicht, was genau die Bildzeitung mit dem Aschemonster meint &#8212; die Aschewolke oder den Vulkan. Mir gefällt ja die Vorstellung, dass der Vulkan (der die meiste Zeit über nichts anderes ist als ein Berg) als Monster durch die Lande zieht. Ganz langsam oder wenn grad keiner hinguckt. Etwa so wie der »Forest Troll« (das Bild hier), den Theodor Kittelsen (kein Isländer, sonder Norweger) schon vor mehr als 100 Jahren gemalt hat.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>There&#8217;s no island like Island</title>
		<link>http://www.blogmouse.de/mann-beist-hund/theres-no-island-like-island/</link>
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		<pubDate>Fri, 16 Apr 2010 21:48:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>karli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mann beißt Hund]]></category>

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		<description><![CDATA[Asche auf mein Haupt. Auch ich hatte schon fast die Hoffnung aufgegeben, dass der Einzelne etwas bewegen kann und wenige manchmal sogar viel. Dass man Intelligenz nicht im Schwarm findet und nicht 10.000 Lichtjahre von der Erde entfernt suchen muss. Dass irgendwo noch Licht brennt oder sogar noch Glut unter der Asche ist. Asche auf mein Haupt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Asche auf mein Haupt. Auch ich hatte schon fast die Hoffnung aufgegeben, dass der Einzelne etwas bewegen kann und wenige manchmal sogar viel. Dass man Intelligenz nicht im Schwarm findet und nicht 10.000 Lichtjahre von der Erde entfernt suchen muss. Dass irgendwo noch Licht brennt oder sogar noch Glut unter der Asche ist. Asche auf mein Haupt. Ich verneige mich vor den Isländern.<br />
<span id="more-532"></span></p>
<div class="mceTemp">
<dl id="attachment_540" class="wp-caption image left" style="width: 300px;">
<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-medium wp-image-540" style="border 1px solid black;" title="vulkanasche" src="http://www.blogmouse.de/wp-content/uploads/2010/04/vulkan.jpg" alt="Island: Da ist was am dampfen" width="300" height="200" /></dt>
<h5>Island macht Dampf. Deutschland macht dicht.</h5>
</dl>
</div>
<p>Es gibt nur etwas mehr als 300.000 Isländer, also definitiv weniger, als es Hannoveraner (ohne Pferde), Leipziger oder Stuttgarter gibt. Tatsächlich gibt es fast genau so viele Isländer wie Bonner, nämlich 317.593 Isländer gegenüber 317.949 Bonnern (laut Wikipedia, die auch nicht mehr immer ganz up to date ist). Während man aber aus Bonn schon lange nichts mehr gehört hat, bringen es die Isländer fertig, die Welt binnen weniger als zwei Jahren gleich zweimal in ihren Grundfesten zu erschüttern. Jetzt mit ihrem Vulkan, dem Eyafjalla, aber auch schon im Herbst 2008. Ja, genau: da fing der Schlamassel an. Da schrubbten sie haarscharf am Staatsbankrott vorbei und &#8212; hallo &#8212; da war sie auf einmal da, die Weltwirtschaftskrise. Spiegel online weiß immer noch nicht genau, ob die Lage inzwischen besser ist als gedacht oder schlimmer als erwartet. Jedenfalls, wir, die Deutschen, müssen wegen der Isländer nun den Griechen aufhelfen. Behaupte ich mal. Allerdings (behaupte ich mal) hätte mein früherer Arbeitgeber auch ohne die freundliche Unterstützung der Isländer 2009 den Laden dicht gemacht. Wie überhaupt Deutschland zurzeit irgendwie dicht zu machen scheint. Diese Behauptung ist zwar nicht von mir, könnte aber glatt von mir sein. Aber ich hab ja noch mehr Ideen.</p>
<p>Ich behaupte also, das haben sie mit Absicht gemacht, die Isländer. Erstens das mit dem beinahe-Staatsbankrott. Denn die Isländer haben bekanntlich ganz andere Hobbys als Wirtschaft boomen und Überstunden machen. Lieber schön in der blauen Lagune rumliegen und so. Die Isländer haben in Europa mit die höchste Geburtenrate und (so wird behauptet) mit den höchsten Alkoholverbrauch pro  Kopf. Es liegt auf der Hand, dass die Isländer von der Gleichmacherei der Globalisierung stärker betroffen wären als (beispielsweise) die Bonner. Das würde mir auch nicht gefallen, wenn ich eine Isländerin wäre. Die Blutbahnen der Globalisierung aber sind das Internet und der internationale Flugverkehr. Das Internet haben die Isländer bekanntlich längst mit ihren Trollen infiziert; beim Flugverkehr dagegen muss man schon handgreiflicher werden.</p>
<p>Aber die Isländer sind keine Terroristen, die Isländer sind erfinderisch. In Sachen Geothermie sind sie sogar (naturgemäß) Weltspitze. Jetzt haben sie also einen ihrer Vulkane gezündet &#8212; und die Welt steht Kopf. Hier eine kurze Zusammenfassung der Schlagzeilen aus unseren Leitmedien:</p>
<ul>
<li>ARD-Brennpunkt: Vulkanwolke legt Europa lahm</li>
<li>FAZ: Aschewolke aus Island &#8212; Am Samstag wird es nicht besser</li>
<li>Spiegel online (1): Eruption auf Island &#8212; Vulkanasche-Wolke stoppt Flüge über Europa</li>
<li>Spiegel online (2): Airlines müssen Ticketpreis zurückzahlen</li>
<li>Frankfurter Rundschau: Aschewolke kostet hunderte Millionen</li>
<li>Süddeutsche: Stillstand, Chaos und Hunderttausende Gestrandete</li>
<li>Die Zeit: Teure Asche</li>
</ul>
<p>Fast könnte man befürchten, dass die Isländer demnächst  regresspflichtig gemacht werden, weil sie ihren Vulkan nicht unter Kontrolle kriegen. Fast könnte man den Eindruck bekommen, dass sich überhaupt alles nur ums Geld dreht. Deshalb möchte Blogmouse an dieser Stelle etwas wirklich Wichtiges zum Vulkanausbrauch in Island sagen. Erstens:  Schön, dass kein Isländer dabei ernsthaft zu Schaden gekommen ist. Zweitens: Schön, wie das aussieht, der Abendhimmel, von meinem Balkon, der genau Richtung Island schaut.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Endlich: Medizinstudium für alle</title>
		<link>http://www.blogmouse.de/wissen/endlich-medizinstudium-fur-alle/</link>
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		<pubDate>Tue, 06 Apr 2010 10:52:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>goofy</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissen]]></category>

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		<description><![CDATA[Jahrzehntelang war die Sache klar: Landete man als Gymnasiast mit seiner Abiturnote zwischen 1 und 2, musste man Medizin studieren. Ansonsten wäre man für blöd erklärt worden, Zweifel an der Berechtigung der Abiturnote inbegriffen. Nun hat man bei Schwarz-Gelb herausgefunden, dass man auch mit einer Abiturnote 2 oder 3 ein Mensch sein … ähh, ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jahrzehntelang war die Sache klar: Landete man als Gymnasiast mit seiner Abiturnote zwischen 1 und 2, musste man Medizin studieren. Ansonsten wäre man für blöd erklärt worden, Zweifel an der Berechtigung der Abiturnote inbegriffen. Nun hat man bei Schwarz-Gelb herausgefunden, dass man auch mit einer Abiturnote 2 oder 3 ein Mensch sein … ähh, ein guter Arzt werden kann. Man könnte die üble Beurteilung ja durch eine vorgeschaltete Ausbildung zur Krankenschwester oder zum Rettungssänitäter ausgleichen oder auch durch ein absolviertes Studium (Note egal) in Biologie oder Philosophie. Im Gegenzug müsste der Studierwillige bereit sein, zunächst als Hausarzt auf dem Land zu arbeiten.<br />
Wir bei Blogmouse haben uns Gedanken gemacht, wie dies alles in nützlichen Einklang gebracht werden kann. </p>
<p><span id="more-524"></span></p>
<p>Es ist klar, dass eine Abiturnote von 1, dazu eine Rettungssanitäterausbildung und ein Biologiestudium nicht in, sagen wir: Güstrow (Meck-Pomm) enden können. Umgekehrt darf man sich mit Abi 3, abgebrochener Sanitäterausbildung und ohne Philosophiestudium keine Hoffnung auf eine Orthopädische Praxis in Berlin-Dahlem machen. Aber eine sinnvolle Kombination der Ausbildungsgänge kann direkt zum gewünschten Aufenthaltsort führen. Hier der erste Versuch einer Entscheidungstabelle für Gymnasiasten 11. und 12. Klasse &#8211; danach ist eh alles zu spät, dann muss man sich eben an den Aufenthaltsort gewöhnen, den die Vorleistungen erlauben.</p>
<p><BR></BR></p>
<p>Abi 1+Bundeswehr+Rettungssanitäter (Rotes Kreuz)+Biologie = Berlin-Dahlem<br />
Abi 1+Bundeswehr+Rettungssanitäter = Berlin Charlottenburg, Hamburg-Blankenese, München-Grünewald<br />
Abi 1+Bundeswehr = Berlin Weißensee<br />
Abi 1 = Frankfurt, Stuttgart, Berlin (Märkisches Viertel)<br />
Abi 2+Bundeswehr+Rettungssanitäter (Rotes Kreuz)+Biologie = Freiburg<br />
Abi 2+Bundeswehr+Rettungssanitäter = Bielefeld<br />
Abi 2+Bundeswehr = Dresden, Leipzig<br />
Abi 2 = Pforzheim, Jena<br />
Abi 3+Bundeswehr+Rettungssanitäter (Rotes Kreuz) = Braunschweig, Erfurt<br />
Abi 3+Bundeswehr+Rettungssanitäter = Schweinfurt, Rottweil, Gera<br />
Abi 3+Bundeswehr = Wilhelmshaven, Greifswald<br />
Abi 3 = Parchim, Zeitz, Pförtner Charité<br />
Abi 4 = Unbezahlter Statist (vier Wochen) bei „In aller Freundschaft“, alternativ Praktikant (drei Jahre) bei Herrn Minister Dr. Rösler</p>
<p><BR></BR></p>
<p>Weibliche Bewerber lesen statt Bundeswehr bitte Freiwilliges Soziales Jahr und für Rettungssanitäter Krankenschwester oder Altenpflegerin.<br />
Blogmouse wird weiter an dieser Entscheidungshilfe arbeiten, um die Frage, wieso ein Ärztemangel befürchtet wird, auf dem platten Lande sogar schon Realität ist, gleichzeitig aber im Fach Medizin vier Bewerber zu nur einem Ausbildungsplatz drängeln, zu einer überflüsssigen zu machen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Beppe Bigazzi, Katzenfreund</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 21:01:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>goofy</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mann beißt Hund]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt viele Gründe, einem Menschen seinen Arbeitsplatz zu kündigen. Lebensmittel eignen sich gut dafür. Übrig gebliebene Maultaschen, Kekse aus dem Konferenzraum, Frikadellen und was der Kühlschrank so hergibt. Nun gehören auch Katzen dazu.

Beppe Bigazzi kocht bei dem italienischen Fernsehsender RAI Uno. Immer Mittags. Er ist 77 Jahre alt, kein Koch, sondern ausgebildeter Politologe und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt viele Gründe, einem Menschen seinen Arbeitsplatz zu kündigen. Lebensmittel eignen sich gut dafür. Übrig gebliebene Maultaschen, Kekse aus dem Konferenzraum, Frikadellen und was der Kühlschrank so hergibt. Nun gehören auch Katzen dazu.<br />
<span id="more-516"></span><br />
Beppe Bigazzi kocht bei dem italienischen Fernsehsender RAI Uno. Immer Mittags. Er ist 77 Jahre alt, kein Koch, sondern ausgebildeter Politologe und war Banker. Ein Mann, wie ihn die heutige Unternehmenswelt verlangt: Gut ausgebildet, massenhaft Lebenserfahrung, aber von dem, mit dem er sein Geld verdient, keine Ahnung.<br />
Nun hat er eine Katze gekocht. Im Fernsehen. Jeder konnte zusehen. Die Katze also zunächst drei Tage in Quellwasser eingelegt. Gut, offensichtlich kein Fastfood.  Man fragt sich allerdings: Wo bekommt man Quellwasser? Katzen gibt es ja an jeder Ecke. Aber Quellwasser? Und: Geht auch nördlich der Alpen zu Tale stürzendes Quellwasser? Notfalls Stilles Mineralwasser? Pellegrino? Oder lieber Fachinger? Fragen über Fragen. Leider können wir hier nicht RAI Uno empfangen.<br />
Wie gesagt, Katze wäre kein Problem. Wir kennen hier diverse Katzen, die genug auf dem Kerbholz haben, dass wir ihnen den Hals…<br />
Lassen wir das. Beppe tut uns nicht leid, in seinem Alter sollte man Wichtigeres zu tun haben als kleine Raubtiere im Kochtopf zu baden.<br />
Aber interessant sind die Reaktionen, z. B. diese hier: </p>
<blockquote><p>Es ist nicht das erste Mal, dass Bigazzi sich daneben benimmt. Er denkt, er sei geistreich, dabei ist er nur ein Kretin.</p></blockquote>
<p>Das sagte Carla Rocchi, die Vorsitzende des italienischen Tierschutzverbandes Enpa. Aber sie sagte auch: </p>
<blockquote><p>Jeder Mensch qualifiziert sich durch das, was er sagt.</p></blockquote>
<p>Gut, wir wissen nicht, ob Beppe sich für geistreich hält. Und was Frau Rocchi qualitativ sagte, wissen wir ja nun. Aber dann erweiterte Frau Rocchi ihre Denkprozesse:</p>
<blockquote><p>In unseren Breitengraden isst man seinen besten Freund und Lebenspartner nicht einfach auf – und damit basta.</p></blockquote>
<p>Ach so. Frau Rocchi hat offensichtlich nicht kapiert, dass es hier um Katzen geht. Aus menschlicher Sicht ist das nicht mehr als Schwein (Deutschland, Frankreich, Italien usw.), Rind (Deutschland, Frankreich, Italien usw.), Pferd (Frankreich, Italien, nicht: Deutschland!, Hund (Korea, China und weiß Gott wo), Kabeljau (Europa komplett, Asien komplett), Teichschwein, äh: Karpfen (nur Geduldige weltweit) – mit anderen Worten: Die Menschen essen überall, was sie kriegen können. Wir wissen ja, dass es Italien schlecht geht.<br />
Aber: Bester Freund? Lebenspartner? Frau Rocchi, das lässt ja tief blicken. Komplett enttäuscht von der Menschheit?<br />
Noch was, Herr Beppe: Wir lesen hier, dass ihre Sendung immer um 12 Uhr beginnt. Nun ja nicht mehr. Wäre wirklich besser gewesen, sie hätte um 11 Uhr begonnen. Wir hätten dann noch die Zeit gehabt, die Katze zu jagen und…<br />
Wenn’s doch besser als Huhn und Karnickel sein soll. Und Mittagessen gibt&#8217;s hier um 12.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Alles geklaut? Ausgezeichnet!</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Feb 2010 18:08:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>goofy</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Lesen bildet. Der aktuellste Beweis: Seit ein paar Wochen weiß jeder Feuilleton-Leser, was ein Axolotl ist. Und nicht nur das: Wen so was interessiert, der kann sich von einer mediengerecht kaputten 17-Jährigen erklären lassen, wie das so ist mit Sex and Drugs and weiß der Geier. Die meisten interessiert&#8217;s wohl eher nicht, weshalb &#8212; fast [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lesen bildet. Der aktuellste Beweis: Seit ein paar Wochen weiß jeder Feuilleton-Leser, was ein Axolotl ist. Und nicht nur das: Wen so was interessiert, der kann sich von einer mediengerecht kaputten 17-Jährigen erklären lassen, wie das so ist mit Sex and Drugs and weiß der Geier. Die meisten interessiert&#8217;s wohl eher nicht, weshalb &#8212; fast scheint&#8217;s wie eine abgekartete Marketingaktion &#8212; jetzt rauskam: Sie hat hie und da geklaut. Collagiert, gecuttet and gepastet, zweitverwertet &#8212; in jedem Fall aber aufgewertet, all das Zeug von namenlosen Losern. Nennen Sie es, wie Sie wollen &#8212; der berühmte Literaturexperte Daniel Haas (Spon) nennt es <a href="http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,676570,00.html" target="_blank">»Na und?«</a></p>
<p><span id="more-497"></span></p>
<p>Blogmouse findet diesen Titel für das Buch durchaus passend, doch nun ist das Na-und-Buch für den <a href="http://www.preis-der-leipziger-buchmesse.de/" target="_blank">Preis der Leipziger Buchmesse</a> nominiert worden. Da können wir nicht länger schweigen, denn Spiegel online meint, auf den peinlichen Einwurf von Haas noch eins draufsetzen zu müssen und meldet:</p>
<blockquote><p>Ach, der Literaturbetrieb wäre doch langweilig, wenn es keine Plagiatsvorwürfe gäbe &#8211; und so wäre die Leipziger Buchmesse dumm, ließe sie die Chance ungenutzt, ihren mitunter betulich ostprovinzlerisch wirkenden &#8220;Preis der Leipziger Buchmesse&#8221;, wie man heute sagt, <em>aufzupimpen.</em></p></blockquote>
<p>Denn<em><br />
</em></p>
<blockquote><p>Hegemanns Verlag habe der Jury bestätigt, dass im Urheberrechtsstreit &#8220;alles einen ordentlichen Weg geht&#8221;. Doch welcher Weg ist der Kunst fremder als der &#8220;ordentliche&#8221;?</p></blockquote>
<p>Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Doch noch interessanter als der Sponsche Kunstbegriff ist der linke Haken mit den »Ostprovinzen«. Da hat man in Hamburg gut beobachtet, und Blogmouse fasst die Preisträger zusammen:</p>
<ul>
<li><strong>2009 &#8212; Sybille Lewitscharoff</strong> für <em>Apostoloff. </em>Hat irgendwas mit Bulgarien zu tun, das ist ja sowas von Osten, dass es fast schon wieder im Westen ist. Provinziell bestimmt auch, hab&#8217;s bis jetzt nicht zuende gelesen, bisschen anstrengend und eher nicht betulich. Hat sich gegen Kehlmann durchgesetzt, der es wegen zu großer Erfolge wohl nicht werden durfte &#8230; aber, he? .. ist der nicht irgendwie auch aus dem Osten? Lebt in Berlin (Längengrad zwischen Leipzig und Dresden) und Wien (Osmanisches Reich).</li>
<li><strong>2008 &#8212; Clemens Meyer</strong> für <em>Die Nacht, Die Lichter.</em> Das is ja nun Osten ins Quadrat. Meyer kommt nicht nur aus Leipzig (Osten!!!), sondern aus dem <em>Osten</em> von Leipzig! Muss man gar nicht erst reinschaun in das Buch, um zu wissen, dass das »provinzlerisch« ist. Sagt ja schon der Name: <em>Meyer, </em>meine Güte.</li>
<li><strong>2007 &#8212; Ingo Schulze</strong> für <em>Handy.</em> Provinz, sagt ja schon der Name: <em>Schulze, </em>meine Güte. (Fehlt nur noch Müller, ach ja, die Herta, auch ganz aus dem Osten, hat aber den anderen Preis gekriegt, den aus Schweden, also auch irgend so ein Ost-Preis.) Schulze ist aus Dresden. Noch weiter östlich als der Osten von Leipzig, dass kann ich Ihnen aber sagen &#8230; Seit die Ostprovinzen verloren gingen, ist das wirklich die alleröstlichste Provinz und provinziellster Osten sowieso. Handys haben sie da aber schon.</li>
<li><strong>2006 &#8212; Ilja Trojanow</strong> für <em>Der Weltensammler</em>. Osten, das sagt ja schon der Name. Provinz: bestimmt auch &#8230; obwohl &#8230; <em>Welten</em>sammler?</li>
<li> <strong>2005 &#8212; Terezia Mora.</strong> Nie gehört. Bestimmt auch aus einer Ostprovinz, ach ja, Ungarn.</li>
</ul>
<p>Wirklich besorgniserregend, wie der Osten den Westen infiltriert. Hamburg scheint noch immun, aber nehmen wir Frankfurt am Main: Den Preis der dortigen Buchmesse (tja, da gibt&#8217;s auch eine) hat letztens eine gewisse Kathrin Schmidt bekommen. Der Name &#8230; Sie ahnen schon. Davor Uwe Tellkamp. Das klingt jetzt erst mal nicht so, aber die Wahrheit ist: Der Mann kommt aus Dresden und schrieb einen dicken Wälzer über Dresden. Davor Julia Franck, die zumindest ein bisschen aus dem Osten ist. Und davor Katharina Hacker für <em>Die Habenichtse</em>, was zwar sehr nach Osten klingt, aber ausnahmsweise doch nichts damit zu tun hat.</p>
<p>Der Leipziger Buchpreis in der Kategorie Sachbuch ging letztes Jahr übrigens an Herfried Münkler für <em>Die Deutschen und ihre Mythen.</em></p>
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		<title>One world one flame – und die Beatles werden einfach nicht kalt</title>
		<link>http://www.blogmouse.de/kultur/one-world-one-flame-%e2%80%93-und-die-beatles-werden-einfach-nicht-kalt/</link>
		<comments>http://www.blogmouse.de/kultur/one-world-one-flame-%e2%80%93-und-die-beatles-werden-einfach-nicht-kalt/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 19:07:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>goofy</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[One world one flame – und die Beatles werden einfach nicht kalt.
Lieber Herr Adams,
Sie werden das vermutlich anders sehen – aber: Sie sind einfach kein guter Musiker. Nein, nein – Sie singen gut, keine Frage; ihre Stimme – erkennt man sofort; Produktion, Musiker, Toningenieur – alles bestens, da gibt es nichts zu meckern. Aber: Sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">One world one flame – und die Beatles werden einfach nicht kalt.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Lieber Herr Adams,</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Sie werden das vermutlich anders sehen – aber: Sie sind einfach kein guter Musiker. Nein, nein – Sie singen gut, keine Frage; ihre Stimme – erkennt man sofort; Produktion, Musiker, Toningenieur – alles bestens, da gibt es nichts zu meckern. Aber: Sie haben keinen Mut. Braucht eigentlich jeder Schüler der Musikschule von Klein-Kleckersdorf. Die müssen sich trauen, wenn sei – sagen wir: ein kleines Stück von J.S. Bach, J. Haydn oder W.A. Mozart vorspielen sollen. Damit die Eltern sich freuen. Vier Fehler – egal.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Sie aber haben keinen Mut. Warum? Erklären wir Ihnen.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Sie sind Rockmusiker. Oder? Na sehen Sei, wenigstens darin könnten wir uns einig sein. Könnten. Gleich werden Sie sehen, warum Sie keiner sind.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Seit den seligen Tagen der Beatles schreiben Rockmusiker ihre Songs selbst. Machen Sie nur in Ausnahmenfällen. Was? Schon vergessen? Michael Kamen…? Also gut, Sie schreiben selten selbst. Macht nichts.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Aber nun liefern Sie die mehr oder weniger offizielle Hymne zu den Olympischen Winterspielen in Vancouver. Das muss gut werden, ganz klar. Sollen viele, nach Möglichkeit alle kaufen. Sie nehmen also den Lennon der Weinerlichkeit – fallend Intervalle, kleine Sekunde, große Sekunde -, geben den Lennon der großen Idee &#8211; »Give Peace a Chance«,  tschuldigung: »One World one Flame« &#8211; und kippen dann die ganze McCartney/Martin-Soße darüber – akustische Gitarren am Anfang, dann schrummelnde Celli, Hammond-Orgel im Hintergrund, Bridge a la McCartney und so weiter und so fort.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Nur: bei den Beatles, bei Lennon, McCartney und Martin, da war das echt, das war das deren Idee, da war das neu, da war das einfallsreich. Und selbst bei Electric Light Orchestra war das wenigstens noch ironisch.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Bei Ihnen, Herr Adams, ist das noch nicht als Talmi, noch nicht mal Kitsch. Es ist einfach nur berechnend und blöd. Vielleicht bekommen Sie 2011 einen Grammy dafür.</div>
<p>Lieber Bryan Adams,</p>
<p>Sie werden das vermutlich anders sehen – aber: Sie sind einfach kein guter Musiker. Nein, nein – Sie singen gut, keine Frage; ihre Stimme – erkennt man sofort; Produktion, Musiker, Toningenieur – alles bestens, da gibt es nichts zu meckern. Aber: Sie haben keinen Mut. Braucht eigentlich jeder Schüler der Musikschule von Klein-Kleckersdorf. Die müssen sich trauen, wenn sie – sagen wir: ein kleines Stück von J.S. Bach, J. Haydn oder W.A. Mozart vorspielen sollen. Damit die Eltern sich freuen. Vier Fehler – egal.</p>
<p>Sie aber haben keinen Mut. Warum? Erklären wir Ihnen.</p>
<p><span id="more-491"></span></p>
<p>Sie sind Rockmusiker. Oder? Na sehen Sie, wenigstens darin könnten wir uns einig sein. Könnten. Gleich werden Sie sehen, warum Sie keiner sind.</p>
<p>Seit den seligen Tagen der Beatles schreiben Rockmusiker ihre Songs selbst. Machen Sie, Herr Adams, nur in Ausnahmenfällen. Was? Schon vergessen? <a href="http://www.roxikon.de/rock/rock-formationen/michael-kamen/" target="_blank">Michael Kamen</a>…? Also gut, Sie schreiben selten selbst. Macht nichts.</p>
<p>Aber nun liefern Sie die mehr oder weniger offizielle Hymne zu den Olympischen Winterspielen in Vancouver. Das muss gut werden, ganz klar. Sollen viele, nach Möglichkeit alle kaufen. Sie nehmen also den Lennon der Weinerlichkeit – fallend Intervalle, kleine Sekunde, große Sekunde -, geben den Lennon der großen Idee &#8211; »Give Peace a Chance«,  tschuldigung: »One World one Flame« &#8211; und kippen dann die ganze McCartney/<a href="http://www.roxikon.de/produzenten-label-eigner/george-martin/" target="_blank">Martin</a>-Soße darüber – akustische Gitarren am Anfang, dann Celli &#8211; schrummel, schrummel, schrumm -, Hammond-Orgel im Hintergrund, Bridge a la McCartney und so weiter und so fort.</p>
<p>Nur: bei den Beatles, bei Lennon, McCartney und Martin, da war das echt, da war das deren Idee, da war das neu, da war das einfallsreich. Und selbst bei <a href="http://www.roxikon.de/rock/rock-formationen/electric-light-orchestra/" target="_blank">Electric Light Orchestra</a> war das wenigstens noch ironisch.</p>
<p>Bei Ihnen, Herr Adams, ist das noch nicht mal Talmi, noch nicht mal Kitsch. Es ist einfach nur berechnend und blöd. Hat nichts mit Rock zu tun. Hat nur mit Geld zu tun. Fehlt einfach der Mut, etwas Eigenes  auf die Beine zu stellen. Schätze, dass Sie 2011 einen Grammy dafür bekommen</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Alle Schwäne sind grau. Oder rot.</title>
		<link>http://www.blogmouse.de/wissen/alle-schwane-sind-grau-oder-rot/</link>
		<comments>http://www.blogmouse.de/wissen/alle-schwane-sind-grau-oder-rot/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 29 Jan 2010 09:52:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissen]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einigen Tagen lud der Zeitschriftenverleger Dr. Hubert Burda (Focus, Mein schöner Garten, Freizeit Revue) zu seiner jährlich stattfindenden Konferenz »Digital, Life, Design« ein. Da treffen sich immer Wissenschaftler, Unternehmer, Künstler und Internetpioniere, um über die großen Zukunftsthemen zu sprechen. Dieses Mal war auch Internetpionier Jimmy Wales mit dabei, der der »Süddeutschen Zeitung« ein Interview [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Vor einigen Tagen lud der Zeitschriftenverleger Dr. Hubert Burda (Focus, Mein schöner Garten, Freizeit Revue) zu seiner jährlich stattfindenden Konferenz »Digital, Life, Design« ein. Da treffen sich immer Wissenschaftler, Unternehmer, Künstler und Internetpioniere, um über die großen Zukunftsthemen zu sprechen. Dieses Mal war auch Internetpionier Jimmy Wales mit dabei, der der »Süddeutschen Zeitung« ein Interview gab. Er wurde zu diesem und jenem gefragt, nutzte aber wie immer die Gelegenheit, sein Baby, die Wikipedia, ins rechte Licht zu rücken. Das muss man sich genauer ansehen.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Natürlich weiß er genau, worum es bei Enzyklopädien geht:</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Wir wollen die verschiedenen Blickwinkel ausbalancieren.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Auf den Einwand des Interviewers, dass es gerade im Netz</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Für jede Ideologie einen Ort [gäbe], an dem diese als objektiv oder neutral verkauft wird</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Bringt Wales ein interessantes Beispiel, wie dies alles zu verstehen sei:</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Gruppen, deren Mitglieder kulturell und ideologisch ähnlich ticken, werden häufig Fehler machen. Sie haben einen blinden Fleck. 1920 kämpften Polen und Litauen an der Memel gegeneinander. Die Wikipedia-Einträge in den beiden Sprachen zeigten für dieses Ereignis komplett entgegengesetzte Perspektiven. Das Faszinierende: Durch den englischsprachigen Artikel, der beide Sichtweisen diskutiert, wurden auch die Einträge in der polnischen und litauischen Wikipedia besser, weil die Autoren den jeweils anderen Standpunkt kennen lernten. Die Verfasser der ursprünglichen Artikel wollten keine Geschichtsklitterung betreiben – sie hatten ihr Wissen einfach in der Schule gelernt.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Lassen wir beiseite, dass wir unseren jeweiligen nationalen Schulen also nicht trauen können. Lassen wir mal beiseite, dass ein polnischer oder litauischer Wikipedia-Autor sein Wissen offensichtlich nur über eine Schwester-Wikipedia wie die englische bezieht; oder beziehen sollte – oder was meint Wales hier? Betreibt die Wikipedia – gleichgültig welcher Nation &#8211; »neutrale« Forschung, was immer das sein könnte? Oder woher haben die englischen Wikipedia-Autoren ihre Weisheit? Eventuell aus der Britannica abgeschrieben?</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Und was bedeutet das für den Wikipedia-Benutzer? Will der beispielsweise etwas über den Vietnam-Krieg erfahren, sollte er tunlichst die amerikanische und die vietnamesische Wikipedia meiden? Kann man über bestimmte Dinge so lange und so breit disktuieren, bis eine Art »Konsens« gefunden wurde, der fortan als »wahr« anzusehen ist?</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Bei Wales liest sich das so:</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Eines der spannendsten Dinge an Wikipedia ist, dass es ein Treffpunkt ist: Kleine Gruppen debattieren ein Thema mit dem Ziel, sich darüber zu einigen, was Neutralität ist. Deshalb sind manchmal Diskussionen interessanter als der Eintrag selbst.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Noch viel interessanter wäre die Frage, wie sich diese kleinen Gruppen zusammensetzen. Sind das Leute, die da nur mitreden wollen, oder sind da auch Leute, die tatsächlich mitreden können? Kann man über jedes Thema diskutieren? Kann man die Frage, ob sich die Sonne um die Erde dreht, oder ob es vielleicht doch umgekehrt ist, in einer kleinen Gruppe diskutieren, bis ein Konsens gefunden ist? Hat die Wikipedia überhaupt die Möglichkeit, Erkenntnisse zu gewinnen – oder ist es nicht viel mehr ein Ort, wo gesicherte und nachprüfbare Erkenntnisse gesammelt werden – wie bei jeder andern, jeder professionellen Enzyklopädie. Ein Enzyklopädie hat grundsätzlich nicht die Aufgabe, wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen – sie hat den wissenschaftliche Stand zu dokumentieren.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Ein einfaches – und zugegebenermaßen: polemisches – Beispiel dazu.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Ein Autor der Wikipedia behauptet, alle Schwäne seien weiß. Ein anderer sagt, dass alle Schwäne schwarz seien. Beide pochen auf ihre Erfahrung. Der eine hat tatsächlich noch nie einen weißen, der andere noch nie einen schwarzen Schwan gesehen. Augenzeugen. Für sich genommen haben beide Recht. Der Artikel wird in einer kleinen Gruppe diskutiert. Alle Gruppenmitglieder haben sich – wie in den Wikipedias üblich – ein Pseudonym gegeben. Über ihre Fachkenntnisse müssen die Mitglieder der Gruppe keine Auskunft geben. Es gibt nun mehrere Möglichkeiten für das Ziel der Neutralität:</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">1. Es gibt tatsächlich nur weiße Schwäne</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">2. Es gibt tatsächlich nur schwarze Schwäne</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">3. Es gibt schwarze und weiße Schwäne</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">4. Es gibt nur graue Schwäne</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Ein Witzbold versichert ernsthaft und glaubwürdig, er habe schon rote Schwäne gesehen.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Die Diskussionsteilnehmer einigen sich darauf, dass es nur graue Schwäne gibt, diese allerdings in sehr unterschiedlichen Schattierungen und außerdem sind hier und da auch rote Schwäne anzutreffen.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Offensichtlich, dass das kompletter Blödsinn ist. So werden wissenschaftliche Kenntnisse nicht gewonnen. Aber es gibt natürlich sehr viele Themen, bei denen das genau so passiert.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Die Administratoren der Wikipedia haben versucht, diesem zu begegnen: Es gibt mittlerweile kaum noch einen Artikel in der deutschen wie der englischen Wikipedia, dem nicht die Mahnung vorangestellt ist, doch bitte für Quellen zu sorgen. Die Administratoren sind da also schon weiter als Wales: Sie trauen der Diskussion in der kleinen Gruppe schon lange nicht mehr. Anders gesagt: Du kannst in der Wikipedia behaupten und schreiben, was du willst, so lange du einen Gewährsmann (Quelle) hast – Dir, lieber Freund, glauben wir nicht.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">So werden Quellen angegeben: Der zugegebenermaßen sehr lange Artikel über die britische Rockband Pink Floyd hat fast 300 Quellenangaben; der deutsche knapp 60. Quellenkritik – das A und O der Geisteswissenschafen – findet allerdings nicht statt: Ein großer Teil der Quellenangaben in der englischen Wikipedia bezieht sich auf ein Buch des Schlagzeugers von Pink Floyd; andere Bandmitglieder kommen im Quellenverzeichnis nicht vor. Neutral? Hätte man in Wales obigem Beispiel nur die Ansicht der Litauer bzw. der Polen gelten lassen können? Noch anders in der deutschen Wikipedia: Hier wird z. B. auch auf das bekannte Rock-Lexikon des Rowohlt Verlages verwiesen. Die Autoren dieses Lexikons benutzen aber selbst die Wikipedia als eine ihrer Quellen. Klar gesagt: Im Sinne eines Erreichens von »Neutralität« oder gar »Objektivität« sind derartige Quellen wertlos. Objektivität ist dem Menschen unmöglich, Neutralität ein unerfüllbarer Wunschtraum.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Was erreichbar ist, ist Konsens. Auf diesem Weg ist die Wikipedia allerdings schon sehr weit vorangekommen. Hieß es früher »Steht im Brockhaus«, so muss heute die Wikipedia ins Kalkül gezogen werden: Sie können als Individuum durchaus etwas ganz genau wissen – durchsetzen müssen Sie es inzwischen in einer kleinen Diskussionsgruppe in der Wikipedia. Die Anpassung des Wissens an die Vorgaben der Wikipedia ist im Internet übrigens schon sichtbar.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">So kann es tatsächlich eines Tages geklärt sein, ob die beiden Känguruhs von Noahs Arche schwimmend oder über das Wasser springend nach Australien gekommen sind – vielleicht haben sie auch einfach eines der Rettungsboote benutzt. Können wir alles diskutieren, findet sich bestimmt ein neutraler, objektiver Standpunkt.</div>
<p>Vor einigen Tagen lud der Zeitschriftenverleger Dr. Hubert Burda (Focus, Mein schöner Garten, Freizeit Revue) zu seiner jährlich stattfindenden Konferenz »Digital, Life, Design« ein. Da treffen sich immer Wissenschaftler, Unternehmer, Künstler und Internetpioniere, um über die großen Zukunftsthemen zu sprechen. Dieses Mal war auch Internetpionier Jimmy Wales mit dabei, der der »Süddeutschen Zeitung« ein Interview gab. Er wurde zu diesem und jenem gefragt, nutzte aber wie immer die Gelegenheit, sein Baby, die Wikipedia, ins rechte Licht zu rücken. Das muss man sich genauer ansehen.</p>
<p><span id="more-485"></span></p>
<p>Natürlich weiß er genau, worum es bei Enzyklopädien geht:</p>
<blockquote><p>Wir wollen die verschiedenen Blickwinkel ausbalancieren.</p></blockquote>
<p>Auf den Einwand des Interviewers, dass es gerade im Netz</p>
<blockquote><p>für jede Ideologie einen Ort [gäbe], an dem diese als objektiv oder neutral verkauft wird</p></blockquote>
<p>bringt Wales ein interessantes Beispiel, wie dies alles zu verstehen sei:</p>
<blockquote><p>Gruppen, deren Mitglieder kulturell und ideologisch ähnlich ticken, werden häufig Fehler machen. Sie haben einen blinden Fleck. 1920 kämpften Polen und Litauen an der Memel gegeneinander. Die Wikipedia-Einträge in den beiden Sprachen zeigten für dieses Ereignis komplett entgegengesetzte Perspektiven. Das Faszinierende: Durch den englischsprachigen Artikel, der beide Sichtweisen diskutiert, wurden auch die Einträge in der polnischen und litauischen Wikipedia besser, weil die Autoren den jeweils anderen Standpunkt kennen lernten. Die Verfasser der ursprünglichen Artikel wollten keine Geschichtsklitterung betreiben – sie hatten ihr Wissen einfach in der Schule gelernt.</p></blockquote>
<p>Lassen wir beiseite, dass wir unseren jeweiligen nationalen Schulen also nicht trauen können. Lassen wir mal beiseite, dass ein polnischer oder litauischer Wikipedia-Autor sein Wissen offensichtlich nur über eine Schwester-Wikipedia wie die englische bezieht; oder beziehen sollte – oder was meint Wales hier? Betreibt die Wikipedia – gleichgültig welcher Nation &#8211; »neutrale« Forschung, was immer das sein könnte? Oder woher haben die englischen Wikipedia-Autoren ihre Weisheit? Eventuell aus der Britannica abgeschrieben?</p>
<p>Und was bedeutet das für den Wikipedia-Benutzer? Will der beispielsweise etwas über den Vietnam-Krieg erfahren, sollte er tunlichst die amerikanische und die vietnamesische Wikipedia meiden? Kann man über bestimmte Dinge so lange und so breit disktuieren, bis eine Art »Konsens« gefunden wurde, der fortan als »wahr« anzusehen ist?</p>
<p>Bei Wales liest sich das so:</p>
<blockquote><p>Eines der spannendsten Dinge an Wikipedia ist, dass es ein Treffpunkt ist: Kleine Gruppen debattieren ein Thema mit dem Ziel, sich darüber zu einigen, was Neutralität ist. Deshalb sind manchmal Diskussionen interessanter als der Eintrag selbst.</p></blockquote>
<p>Noch viel interessanter wäre die Frage, wie sich diese kleinen Gruppen zusammensetzen. Sind das Leute, die da nur mitreden wollen, oder sind da auch Leute, die tatsächlich mitreden können? Kann man über jedes Thema diskutieren? Kann man die Frage, ob sich die Sonne um die Erde dreht, oder ob es vielleicht doch umgekehrt ist, in einer kleinen Gruppe diskutieren, bis ein Konsens gefunden ist? Hat die Wikipedia überhaupt die Möglichkeit, Erkenntnisse zu gewinnen – oder ist es nicht viel mehr ein Ort, wo gesicherte und nachprüfbare Erkenntnisse gesammelt werden – wie bei jeder andern, jeder professionellen Enzyklopädie. Ein Enzyklopädie hat grundsätzlich nicht die Aufgabe, wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen – sie hat den wissenschaftliche Stand zu dokumentieren.</p>
<p>Ein einfaches – und zugegebenermaßen: polemisches – Beispiel dazu.</p>
<p>Ein Autor der Wikipedia behauptet, alle Schwäne seien weiß. Ein anderer sagt, dass alle Schwäne schwarz seien. Beide pochen auf ihre Erfahrung. Der eine hat tatsächlich noch nie einen weißen, der andere noch nie einen schwarzen Schwan gesehen. Augenzeugen. Für sich genommen haben beide Recht. Der Artikel wird in einer kleinen Gruppe diskutiert. Alle Gruppenmitglieder haben sich – wie in den Wikipedias üblich – ein Pseudonym gegeben. Über ihre Fachkenntnisse müssen die Mitglieder der Gruppe keine Auskunft geben. Es gibt nun mehrere Möglichkeiten für das Ziel der Neutralität:</p>
<p>1. Es gibt tatsächlich nur weiße Schwäne</p>
<p>2. Es gibt tatsächlich nur schwarze Schwäne</p>
<p>3. Es gibt schwarze und weiße Schwäne</p>
<p>4. Es gibt nur graue Schwäne</p>
<p>Ein Witzbold versichert ernsthaft und glaubwürdig, er habe schon rote Schwäne gesehen.</p>
<p>Die Diskussionsteilnehmer einigen sich darauf, dass es nur graue Schwäne gibt, diese allerdings in sehr unterschiedlichen Schattierungen und außerdem sind hier und da auch rote Schwäne anzutreffen.</p>
<p>Offensichtlich, dass das kompletter Blödsinn ist. So werden wissenschaftliche Kenntnisse nicht gewonnen. Aber es gibt natürlich sehr viele Themen, bei denen das genau so passiert.</p>
<p>Die Administratoren der Wikipedia haben versucht, diesem zu begegnen: Es gibt mittlerweile kaum noch einen Artikel in der deutschen wie der englischen Wikipedia, dem nicht die Mahnung vorangestellt ist, doch bitte für Quellen zu sorgen. Die Administratoren sind da also schon weiter als Wales: Sie trauen der Diskussion in der kleinen Gruppe schon lange nicht mehr. Anders gesagt: Du kannst in der Wikipedia behaupten und schreiben, was du willst, so lange du einen Gewährsmann (Quelle) hast – Dir, lieber Freund, glauben wir nicht.</p>
<p>So werden Quellen angegeben: Der zugegebenermaßen sehr lange Artikel über die britische Rockband <a href="http://www.roxikon.de/rock/rock-formationen/pink-floyd/" target="_blank">Pink Floyd</a> hat fast 300 Quellenangaben; der deutsche knapp 60. Quellenkritik – das A und O der Geisteswissenschafen – findet allerdings nicht statt: Ein großer Teil der Quellenangaben in der englischen Wikipedia bezieht sich auf ein Buch des Schlagzeugers von Pink Floyd; andere Bandmitglieder kommen im Quellenverzeichnis nicht vor. Neutral? Hätte man in Wales obigem Beispiel nur die Ansicht der Litauer bzw. der Polen gelten lassen können? Noch anders in der deutschen Wikipedia: Hier wird z. B. auch auf das bekannte Rock-Lexikon des Rowohlt Verlages verwiesen. Die Autoren dieses Lexikons benutzen aber selbst die Wikipedia als eine ihrer Quellen. Klar gesagt: Im Sinne eines Erreichens von »Neutralität« oder gar »Objektivität« sind derartige Quellen wertlos. Objektivität ist dem Menschen unmöglich, Neutralität ein unerfüllbarer Wunschtraum.</p>
<p>Was erreichbar ist, ist Konsens. Auf diesem Weg ist die Wikipedia allerdings schon sehr weit vorangekommen. Hieß es früher »Steht im Brockhaus«, so muss heute die Wikipedia ins Kalkül gezogen werden: Sie können als Individuum durchaus etwas ganz genau wissen – durchsetzen müssen Sie es inzwischen in einer kleinen Diskussionsgruppe in der Wikipedia. Die Anpassung des Wissens an die Vorgaben der Wikipedia ist im Internet übrigens schon sichtbar.</p>
<p>So kann es tatsächlich eines Tages geklärt sein, ob die beiden Känguruhs von Noahs Arche schwimmend oder über das Wasser springend nach Australien gekommen sind – vielleicht haben sie auch einfach eines der Rettungsboote benutzt. Können wir alles diskutieren, findet sich bestimmt ein neutraler, objektiver Standpunkt.</p>
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