17 Feb 2010

Beppe Bigazzi, Katzenfreund

Abgelegt 22:01 unter Mann beißt Hund

Es gibt viele Gründe, einem Menschen seinen Arbeitsplatz zu kündigen. Lebensmittel eignen sich gut dafür. Übrig gebliebene Maultaschen, Kekse aus dem Konferenzraum, Frikadellen und was der Kühlschrank so hergibt. Nun gehören auch Katzen dazu.

Beppe Bigazzi kocht bei dem italienischen Fernsehsender RAI Uno. Immer Mittags. Er ist 77 Jahre alt, kein Koch, sondern ausgebildeter Politologe und war Banker. Ein Mann, wie ihn die heutige Unternehmenswelt verlangt: Gut ausgebildet, massenhaft Lebenserfahrung, aber von dem, mit dem er sein Geld verdient, keine Ahnung.
Nun hat er eine Katze gekocht. Im Fernsehen. Jeder konnte zusehen. Die Katze also zunächst drei Tage in Quellwasser eingelegt. Gut, offensichtlich kein Fastfood. Man fragt sich allerdings: Wo bekommt man Quellwasser? Katzen gibt es ja an jeder Ecke. Aber Quellwasser? Und: Geht auch nördlich der Alpen zu Tale stürzendes Quellwasser? Notfalls Stilles Mineralwasser? Pellegrino? Oder lieber Fachinger? Fragen über Fragen. Leider können wir hier nicht RAI Uno empfangen.
Wie gesagt, Katze wäre kein Problem. Wir kennen hier diverse Katzen, die genug auf dem Kerbholz haben, dass wir ihnen den Hals…
Lassen wir das. Beppe tut uns nicht leid, in seinem Alter sollte man Wichtigeres zu tun haben als kleine Raubtiere im Kochtopf zu baden.
Aber interessant sind die Reaktionen, z. B. diese hier:

Es ist nicht das erste Mal, dass Bigazzi sich daneben benimmt. Er denkt, er sei geistreich, dabei ist er nur ein Kretin.

Das sagte Carla Rocchi, die Vorsitzende des italienischen Tierschutzverbandes Enpa. Aber sie sagte auch:

Jeder Mensch qualifiziert sich durch das, was er sagt.

Gut, wir wissen nicht, ob Beppe sich für geistreich hält. Und was Frau Rocchi qualitativ sagte, wissen wir ja nun. Aber dann erweiterte Frau Rocchi ihre Denkprozesse:

In unseren Breitengraden isst man seinen besten Freund und Lebenspartner nicht einfach auf – und damit basta.

Ach so. Frau Rocchi hat offensichtlich nicht kapiert, dass es hier um Katzen geht. Aus menschlicher Sicht ist das nicht mehr als Schwein (Deutschland, Frankreich, Italien usw.), Rind (Deutschland, Frankreich, Italien usw.), Pferd (Frankreich, Italien, nicht: Deutschland!, Hund (Korea, China und weiß Gott wo), Kabeljau (Europa komplett, Asien komplett), Teichschwein, äh: Karpfen (nur Geduldige weltweit) – mit anderen Worten: Die Menschen essen überall, was sie kriegen können. Wir wissen ja, dass es Italien schlecht geht.
Aber: Bester Freund? Lebenspartner? Frau Rocchi, das lässt ja tief blicken. Komplett enttäuscht von der Menschheit?
Noch was, Herr Beppe: Wir lesen hier, dass ihre Sendung immer um 12 Uhr beginnt. Nun ja nicht mehr. Wäre wirklich besser gewesen, sie hätte um 11 Uhr begonnen. Wir hätten dann noch die Zeit gehabt, die Katze zu jagen und…
Wenn’s doch besser als Huhn und Karnickel sein soll. Und Mittagessen gibt’s hier um 12.

Ein Kommentar

Ein Kommentar to “Beppe Bigazzi, Katzenfreund”

  1. TXFam 7. März 2010 um 13:59 1

    Guten Tag,

    erstmal verstehe ich nicht die Aufregung Katzen sind Tiere und wir, die Meschheit ißt nun mal Tiere in Italien werden wieviel Singvögel gegessen? Meine Mutter ist 73Jahre alt und ich weis das sie mir auch so eine Geschichte das man nach dem Krieg auch hier “Dach-HASE” gegessen hat. Na gut sie hat mir nicht erzählt wie man sie zubereitet aber es geht auch nicht darum.
    Kleine Schweine sind auch süß genau wie Katzen oder Hasen ect. wo fängt es an wo soll es auf hören? Wenn man es genau nimmt dann sollte man kein Fleisch essen. In Deutschland wird Pferdefleisch ohne ende gegessen vor Jahren wurde sogar in teilen von Deutschland Hund gegessen! Also wenn man genau nachforscht sollte jedem Menschen auf dem Planeten klar werden das WIR das größte Raubtier sind!!

    Gruß

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