20
Dez
2009

Nur im Reformhaus: Geschichte Klasse 5
Mein jüngerer Sohn besucht die fünfte Klasse eines Gymnasiums in Leipzig. Sein großer Bruder hat vor drei Jahren an dieser Schule sein Abitur gemacht. Damals war die Schule auf dem besten Weg, sich den Ruf einer Skandalschule zuzulegen — von der »Nazischule« war gar die Rede. Ich war mir ziemlich sicher, den Jüngeren später einmal nicht auf diese Schule zu schicken.
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14
Dez
2009

Informations-Pool: So viel Sie wollen, was Sie wollen.
Die Medienlandschaft ist in Bewegung. Das ist sie eigentlich immer, aber viele Jahre ging es nur darum, noch eine Computerzeitschrift auf den Markt zu werfen, noch eine Tageszeitung umzugestalten – Mehr Farbe! Mehr Rat geben! – und noch ein Magazin für Frauen zu lancieren, bis jede noch so kleine Zielgruppe bedacht ist – 14jährige Mädchen mit Zahnspange und Pferdeallergie bekommen ja schließlich auch Taschengeld. Aber das ist hier nicht gemeint. Es sind auch nicht die Zeitungsverleger vom Schlage Alfred Neven DuMonts gemeint, die irgendwie den Staat mit »ins Boot holen« wollen – das ist hier kein Zitat, denn so sagt das DuMont natürlich nicht.
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08
Dez
2009
Hörte oder sah man heute Nachrichten eines öffentlich-rechtlichen Rundfunk- oder Fernsehsenders – Deutschlandfunk oder ARD-Tagesschau also -, so ging es eigentlich nur um Wirtschaft. Dachten wir uns schon, seit ein »Manager« eines, seien wir gütig, »mittelmäßig« gut »aufgestellten« Autokonzerns die Ministerpräsidentin eines deutschen Bundeslandes einbestellte – oder soll man das anders nennen? -, um ihr zu sagen, dass vielleicht, vielleicht, das in ihrem Bundesland befindliche Autowerk gewisse Chancen hätte. Der Souverän, das Volk – hat da nicht viel zu sagen.
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07
Dez
2009
Das Weihnachtslied ist ein an die Weihnachtszeit gebundenes Lied; es hat eine lange
Geschichte

Kurrende. Singendes Schnitzwerk aus dem Erzgebirge
Weihnachtslieder sind christlichen Ursprungs und entstanden im 11. Jahrhundert im kirchlichen Raum aus Dank- und Lobliedern. Im späten Mittelalter verbanden sich diese zur Mitternachtsmesse gesungenen Hymnen mit den sogenannten Leisen, deutschsprachigen Liedern, die mit dem Ruf »Kyrie eleison« (Herr erbarme Dich) endeten. Als das älteste, schriftlich überlieferte Lied dieser Art gilt »Sei uns willkommen, Herre Christ«, das vermutlich im 13. Jahrhundert entstand und dem eine niederländische Melodie zugrunde liegt. Erhalten ist die Melodie in einem in Aachen aufbewahrten, aus dem 11. Jahrhundert stammenden Evangeliar des Kaisers Otto III.; im Laufe der Jahrhunderte wurde diese ursprüngliche Melodie häufig abgewandelt. Ebenso alt ist das Lied »Joseph, lieber Joseph mein«, ein Kindelwiegen-Lied, Anfang des 14. Jahrhunderts datiert. Kindelwiegen-Lieder gehörten in Frauenklöstern zum Weihnachtsfest und wurden bis zum 17. Jahrhundert fester Bestandteil des Repertoires an Weihnachtsliedern. Das tatsächliche Wiegen eines Kindes in einer Wiege – meist eine reich geschmückte Puppe aus Wachs – gehörte zum Gottesdienst.
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04
Dez
2009

Hauskatze: Sehr dominanter Wildtyp, schöngefärbt
Zum Glück ist er endlich vorbei, der November. In diesem Jahr war es noch schlimmer als sonst: Depression auf allen Kanälen, Krieg, der neuerdings auch so genannt wird, und zuletzt noch Frau Schavan bei Anne Will. Konsequenterweise Weltuntergang, allerdings erst 2012. Selbstkritisch wie wir nun mal sind, müssen wir zugeben: auch auf Blogmouse (gestartet im traurigen Monat November!) wurde bisher verdammt viel gemeckert, befürchtet und beklagt.
Dabei könnte alles so schön sein. Was spricht dagegen, die Augen zu schließen (genauer gesagt: nach innen zu drehen) und die wahre Schönheit zu sehen, die bekanntlich von innen kommt? Nichts, vorausgesetzt, man beherrscht die hierfür notwendigen Techniken, die zusammengefasst als postmoderner Fünfkampf bezeichnet werden. Als da wären:
- Schönschreiben
- Schönreden
- Schönfärben
- Schönrechnen
- Schöner Denken
Finden Sie heraus, in welcher Disziplin Ihre persönlichen Stärken liegen und wo Sie Ihre Persönlichkeit noch optimieren müssen!
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01
Dez
2009

Konsumtempel mit Gleisanschluss: Der Leipziger Hauptbahnhof in der Adventszeit
Es war einmal – da musste die Hausfrau, wenn ihr denn am Sonnabend Abend oder am Sonntag Mittag etwas Zucker, Salz oder Mehl fehlte, zur Nachbarin gehen und fragen – haben Sie, könnten Sie? Das ging immer gut – wenn die eine nicht konnte oder wollte, dann wollte oder konnte die andere. Heute ist das anders. Ob besser, werden wir noch sehen.
Denn heute sind die Läden auch am Sonnabend bis wenigstens 20 Uhr geöffnet. Ausreden wie »Leider kann ich keine Eierpfannkuchen machen, Salz, Mehl und Eier sind alle« gelten nicht mehr. Hier und da, etwa im Bahnhof Leipzig, kann man auch am Sonntag Nachmittag Lebensmittel aller erdenklichen Art kaufen. Immer. Das ganze Jahr hindurch.
Heißt dann allerdings nicht Lebensmittel. Sondern Reisebedarf.
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26
Nov
2009
Im Sport scheint es derzeit nur noch um Tod und Betrug zu gehen. Möglich, dass sich seit den Zeiten des Circus Maximus’ tatsächlich nichts geändert hat. Heutzutage sind es vier Gruppen, die am Sport interessiert sind, und jede hat Interesse daran, dass der Sport genau so bleibt, wie er ist. Und alle Beteiligten versuchen, ihre Hände in Unschuld zu waschen.
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24
Nov
2009

Sonntag für Sonntag: Der Tatort
Vor vielen Jahren, in der Bronzezeit des Fernsehens, liefen Krimis etwa so ab: Am Anfang passierte ein Mord. Da gab es im Prinzip nur zwei Möglichkeiten: Der Zuschauer sah den Täter nicht. Oder der Zuschauer sah den Täter, wusste also schon mal Bescheid. Dann kam der Kommissar mit seiner Mordkommission. Nun wurde es spannend: Der Zuschauer konnte mit dem Kommissar – Der Alte oder Der Kommissar – rätseln, wer denn nun der Täter war. Oder – da er ja wusste, wer der Täter war – der Zuschauer schüttelte den Kopf, wie lange der Alte oder der Kommissar wieder brauchte, um herauszubekommen, wer der Täter war – dabei war es ja eigentlich ganz klar. Zum Schluss wurden alle Beteiligten in einen Raum eingepfercht, und der Kommissar überführte den Täter.
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22
Nov
2009
Die Finanzkrise wird die Welt so stark verändern wie der Fall der Mauer.

Die Erfolgreichen müssen den Nicht-so-Erfolgreichen vermitteln, dass das System fair und gerecht ist
Große Worte, gesprochen vom Finanzminister. In einem Interview mit der Bild am Sonntag spricht Wolfgang Schäuble von seinem Eindruck, dass die Banken (manche jedenfalls — es gibt ja überall schwarze Schafe) wenig aus der Finanzkrise gelernt hätten:
Nicht alle haben begriffen, was da schiefgelaufen ist und dass man so nicht weitermachen kann. Da haben viele den Unterschied zwischen einem gesunden Egoismus und Gier nicht verstanden. Diese Raffgier zerstört alles, und mich stimmt sehr nachdenklich, dass sie schon wieder um sich greift.
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21
Nov
2009

Mal ganz geballt: Das Wissen der Welt
Lexikon [griech. Lexikón (biblión) »das Wort betreffend(es Buch) «, zu lexis »Rede«, »Wort« ], das, -s/…ka und …ken,
1) allg.: alphabetisch geordnetes Nachschlagewerk für alle Wissensgebiete oder ein bestimmtes Sachgebiet.
Alles klar?
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